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„Ich bin ein ruhiger Mensch“

Der 21-jährige Andreas Fichter aus St. Georgen vertritt Deutschland bei den World Skills, der Berufsweltmeisterschaft vom 2. Juli bis 7. Juli in Leipzig. Bereits 2012 wurde er Europameister in der Einzel- und Mannschaftswertung. Wir sprachen mit ihm beim öffentlichen Training bei Metabo in Nürtingen.

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BAUEN MIT HOLZ: Wie bereiten Sie sich auf die World Skills vor?
Andreas Fichter: Mit regelmäßigem öffent­lichem Training mit der Nationalmannschaft. Aber auch mit mehrtägigem Maschinentraining im Ausbilddungszentrum. Wir üben die einzelnen Schritte, bis wir wissen, wie wir am besten mit den Maschinen umgehen. Außerdem baue ich alle zwei Wochen ein Modell. Da ich zurzeit auf die Bautechnikerschule gehe, trainiere ich am Wochenende oder am Abend.


Was sind Ihre Stärken?
Gute Frage. Mein Vorstellungsvermögen ist sehr gut. Wenn ich mir die Hölzer angucke und es ein bißchen komplizierter wird, weiß ich sehr gut, wo ich was wegschneiden muss. Das kann ich ein wenig besser als die anderen. Ansonsten bin ich wie alle anderen auch.

Was macht Sie nervös?
Beim Ausarbeiten von Hölzern bin ich noch nicht so schnell und nicht so genau, wie ich es eigentlich sein möchte. Das muss ich noch mehr üben. Der Zeitdruck bereitet jedem Schwierigkeiten. Das war auch bei den Europameisterschaften 2012 in Stuttgart der Fall. Von der Lautstärke werde ich nicht viel mitkriegen, ich habe immer einen Gehörschutz. Und den Trubel um mich herum bin ich von den öffentlichen Trainings gewohnt.

13 Länder schicken ihre Teilnehmer nach Leipzig. Was wissen Sie über die Konkurrenz?
Nicht viel, nur die Erfahrungen der letzten Jahren. Frankreich, die Schweiz, Japan und Korea waren immer besonders stark. Das wird auch in Leipzig der Fall sein.

Bekommen Sie während des Wettkampfs etwas von der Arbeit Ihrer Konkurrenten mit?
Ich gucke schon mal nach links und rechts. Man muss aber aufpassen, dass man bei seiner eigenen Sache bleibt und sich nicht nervös machen lässt, wenn zum Beispiel ein anderer schneller ist.


Ist der Europameistertitel Druck oder beruhigt Sie das?
Der Titel ist schon ein kleiner Druck. Aber wenn ich jetzt bei der WM total versage, wäre ich selbst sehr unzufrieden mit mir. Ich bereite mich daher gut vor und werde mein Bestes geben. Der Rest ergibt sich. Grundsätzlich bin ich aber eher ein ruhiger Mensch und lasse mich nicht schnell stressen.


Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück in Leipzig.

World Skills: Die wichtigsten Fakten

Die Wettbewerbe finden an vier Tagen, vom 3. bis zum 6. Juli auf dem Messegelände Leipzig statt.

Abschlussfeier und Medaillenverleihung erfolgt am 7. Juli.

Es treten Zimmerer im Alter bis 22 Jahre aus Australien, Österreich, Kanada, der Schweiz, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Ungarn, Japan, Korea, den Niederlanden und England gegeneinander an.

Weitere Infos unter www.worldskillsleipzig2013.com

Zimmerer- Nationalmannschaft : Sechs für Deutschland

Die Zimmerer-Nationalmannschaft besteht aus den besten jungen Zimmerern Deutschlands. Sie treten für Deutschland bei internationalen Berufswettbewerben wie der Zimmerer-Europameisterschaft oder der Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills“ an. Die Zimmerer-Nationalmannschaft ist 2012 erstmals Europameister in der Einzel- wie Nationenwertung geworden. Bei der letzten WM in London im Oktober 2011 gab es eine Bronzemedaille für Philipp Stich. Die Mannschaft wird ehrenamtlich von den Holzbauunternehmern Teamleiter Roland Bernardi und stellvertretende Teamleiter Andreas Großhardt geleitet. Die beiden Trainer Michael Rieger und Jens Volkmann unterstützen sie. Die Mannschaft mit bis zu sechs Mitgliedern wird jedes Jahr neu zusammengestellt.

Informationen zur Mannschaft gibt es auf http://www.zimmerer-nationalmannschaft.de/ oder auf Facebook .