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Holzrahmenbau: Kindertagestätte für das Bundesfinanzministerium

Gerade einmal zwölf Wochen Gesamtbauzeit brauchte es, bevor eine modulare Kita für die Mitarbeiterkinder des Bundesfinanzministeriums ihrer Bestimmung übergeben wurde. Mit der in flexibler Holz- und Modulbauweise gefertigten Übergangskita findet der Nachwuchs beste Aufenthaltsbedingungen vor.

Holzrahmenbau: Kindertagestätte für das Bundesfinanzministerium
Foto: Max Holzbau Unternehmensgruppe

Die Kita für das Bundesfinanzministerium brauchte es drei Stelltage auf der Baustelle, in denen 16 Module nach den Erfordernissen dieser Kita zusammengefügt wurden. 14 Module a 3 x 6 Meter sowie zwei Module a 12 x 3 Meter beherbergen zwei Gruppenräume, zwei Schlafräume, Büro, Küche sowie zwei Sanitärräume für Kinder und Erzieher.

Gut 90 Prozent aller Bauleistungen für diese Kita wurden bereits im letzten Jahr eröffneten Werk in Trampe erbracht, sodass die finale Fertigstellung auf der Baustelle im Verhältnis zu herkömmlichen Bauweisen nur wenig Zeit und Umfang brauchte. „Die witterungsunabhängige Fertigung im Werk erwies sich auch hier einmal mehr als großer Vorteil. Zum einen fand sie unter ständiger Qualitätskontrolle statt. Darüber hinaus konnte die Baustellenabwicklung in dieser räumlich begrenzten Innenstadtlage hinsichtlich Lärmes und Schmutz im Verhältnis zu einer sonst üblichen „Dauerbaustelle“ zeitlich wesentlich verkürzt werden,“ unterstreicht Projektleiter Maximilian Schröder weitere Vorteile dieser modularen Bauweise.

Holzrahmenbau: Kindertagestätte für das Bundesfinanzministerium
Foto: Max Holzbau Unternehmensgruppe

Die eigenentwickelten Modulhäuser in ressourcenschonender Rahmenbauweise der Max Holzbau Unternehmensgruppe aus dem brandenburgischen Marienwerder verwendeten bei der Herstellung unter anderem auch Restholz und Sägespäne. Bei der Berliner Kita wurden Naturholzwände aus Fichte verbaut, die gemeinsam mit einer natürlichen Holzfaserdämmung für ein exzellentes Raumklima dank diffusionsoffener Wände sorgen. Mit Photovoltaikanlage und moderner Heiztechnik in Gestalt einer Wärmepumpe erfüllt diese Kita den ökologischen Anspruch des Auftragnehmers. Eine zusätzliche Kühlung sorgt für gleichbleibend angenehme Temperaturen auch im Sommer.

Baukörper schafft Lernräume

Andrea Männel, Innenarchitektin bei der Fröbel Bildung und Erziehung gGmbH: „Wir wissen, dass Räume auf Kinder wirken. Nachhaltigkeit und Authentizität sind uns daher bei der Ausgestaltung der Einrichtungen besonders wichtig. Wir sind froh, wenn ein Baukörper nicht nur gebaute Masse ist, sondern auch Lernräume schafft. Die hier verwendeten Materialkombinationen sind Wissensvermittler per se - Haptik, Optik und Geruch schaffen ein Gefühl von Geborgenheit und Wertigkeit. Für einen Interimsbau ist das eine überraschend hochwertige und flexible Lösung.“

Ab Herbst: Holzrahmenbau 6. Auflage

Holzrahmenbau

Das Buch „Holzrahmenbau“ hat sich in nunmehr fast 30 Jahren als Standardwerk etabliert und ist aus der Zimmerei oder dem Holzbauplanungsbetrieb nicht mehr wegzudenken. Schwerpunkt des Fachbuchs sind die Ausführungen zu Bauteilen und Bauprodukten sowie die Darstellung zahlreicher Ausführungsdetails, die auf der Baustelle übliche Praxis sind und sich bautechnisch als schadenfrei bewährt haben. Dazu zählen in der 6. Auflage u.a. diffusionsoffene Konstruktionsdetails bei Außenwänden. Besonders hilfreich sind neben den Kennwerten zu Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz die vielen Anschluss- und Fügedetails.

Die Neuauflage ist lieferbar ab Ende November 2020.


Aus dem Inhalt:

  • Allgemeine Entwurfsgrundlagen: Schallschutz, Brandschutz, Wärmeschutz,  Luftdichtes Bauen, Haustechnik
  • Bauteile: Innenwände, Geschossdecken, Dächer, Treppen
  • Baustoffe, Bauprodukte: Zulassungen, Holz in der Konstruktion, Beplankungswerkstoffe
  • Details: Sockel, Außenwand, Innenwand, Decken-, Dach- und Fensteranschlüsse
  • Haustechnik im Holzbau: Montage Sanitär, Elektroinstallationen

Ausschlaggebend für die Beauftragung durch das Bundesfinanzministerium war nicht nur der Kostenfaktor, denn das Ministerium zahlt an die Unternehmensgruppe für die Zeit der Nutzung lediglich eine „Miete“, sondern auch der ökologisch stringent verfolgte Ansatz des Bauwerks – energetisch in der aktuellen Nutzung wie in der Wiederverwertung. Denn auch die Energiekosten sind dank des technischen Konzepts auf ein Minimum reduziert, Ressourcen werden geschont.

Holzrahmenbau: Kindertagestätte für das Bundesfinanzministerium
Foto: Max Holzbau Unternehmensgruppe

Staatssekretär Werner Gatzer betont im Rahmen der Schlüsselübergabe: „Flexible und familienfreundliche Arbeitsbedingungen haben im Bundesfinanzministerium einen hohen Stellenwert. Die neu geschaffenen Betreuungsplätze entlasten auch die Stadt Berlin. Ein wichtiger Aspekt beim Bau dieser Kita war der Klimaschutz. Dabei hat uns in der Umsetzung diese nachhaltige Holz- und Modulbauweise überzeugt. Sie versetzt uns zudem in die Lage, von hoher Energieeffizienz in diesem Gebäude zu partizipieren.“

Umnutzung der Modulbau-Kita vorgesehen

Nach Fertigstellung der für die dauerhafte Unterbringung der BMF-Kita vorgesehenen Räumlichkeiten im Detlev-Rohwedder-Haus kann die Modulbau-Kita wieder abgebaut und kann für andere Zwecke weitergenutzt werden. Der Träger zahlt quasi für die Zeit der Nutzung lediglich fest vereinbarte Raten. „Damit sparen sich Auftraggeber nicht nur eine hohe Investition für einen Ersatzbau, sondern leben mit uns gemeinsam den nachhaltigen Anspruch,“ unterstreicht Burkhardt Schröder zweifellos eine Strategie, die künftig viel mehr Schule machen wird.

Holzrahmenbau: Kindertagestätte für das Bundesfinanzministerium
Foto: Max Holzbau Unternehmensgruppe

Burkhardt Schröder, Geschäftsführer der Max Holzbau Unternehmensgruppe, zu den Beweggründen, eine solche bauliche Lösung auch für Betreuungseinrichtungen zu entwickeln: „Wir erlebten in den vergangenen Jahren immer wieder, mit welchen Einschränkungen und Übergangslösungen die Nutzer im Zuge von Modernisierungen oder Sanierungen in Schulen, Kindergärten oder anderen kommunalen Bauten leben mussten. Die klassischen Containerlösungen, wie sie jeder kennt, wurden und werden dabei keinesfalls den Nutzungsansprüchen gerecht und sind natürlich auch in keiner Weise nachhaltig. Das war für uns ein wichtiger Ansatz und auch Anreiz, ein System zu entwickeln, dass die öffentliche Hand, aber auch andere Investoren, in die Lage versetzt, Kostenverpflichtungen und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Wir setzen seit Jahren die Modulbauweise in privatwirtschaftlichen und privaten Bereichen in unterschiedlichster Weise um, verfügten also über den entsprechenden Erfahrungsschatz. In dieser Modulbauweise als Alternative zu bis dato genutzten konventionellen baulichen Wegen sahen wir daher den Lösungsansatz - auch für die öffentliche Hand. Die Vorteile lagen auch bei diesem Projekt auf der Hand: Bauzeit, Ausführungsqualität, Umweltschutz und Kostenvorteile durch die geschaffene „Mietmöglichkeit“ verbuchen die Bauherren auf der Habenseite. Die Flexibilität der Module können wir im Umkehrschluss problemlos auf andere Projekte übertragen.“

Holzrahmenbau: Kindertagestätte für das Bundesfinanzministerium
Foto: Max Holzbau Unternehmensgruppe

Umgesetzt wurde das Baukonzept durch die Max Holzbau Unternehmensgruppe aus dem brandenburgischen Marienwerder. Mit dem Bau der Kita für das Bundesfinanzministerium liefert der Mittelständler den Beweis, dass heute auch Zwischen- und Übergangslösungen ohne Qualitätsabstriche im nachhaltigen Sinne vollwertig und finanziell auch für die öffentliche Hand zu stemmen sind.