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Konjunktur: Wirtschaft droht Überauslastung

Mit der Zuwachsrate von 2,0 Prozent BIP befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer Überauslastung, das bedeutet, dass das tatsächliche BIP größer ist als das potenzielle BIP (derzeit 1,4 Prozent). Wie bewertet die Holzbaubranche das letzte Quartal 2017? Lesen Sie über die wirtschaftliche Entwicklung im Holzbau und Ihre Erwartungen für das vierte Quartal 2017.

Konjunktur IV 2017

Das dritte Quartal Quartal 2017 erhielt von den Holzbuaunternehmern die Schulnote 2+. Auch gesamtwirtschaftlich fällt die Beurteilung gut aus. Der Umsatz im Wohnungs- und Wirtschaftsbau steigen seit 2016 kontinuierlich. Der positive Trend hält bereits seit 2016 an und kann als Beleg für eine gewachsene Investitionsbereitschaft der Wirtschaft gewertet werden. Laut Statistischem Bundesamt blieb auch die öffentliche Bautätigkeit erfreulich hoch. Sie erreicht ein Umsatz plus von etwa neun Prozent. Die unerfreuliche Entwicklung in der Holzbaubranche mit einem Ergebnis von nur sieben Prozent Auftraggeber im öffentlichen Sektor ergibt sich, weil sich die öffentliche Hand gegenwärtig im dritten Qaurtal 2017 auf Investitionen im Tiefbau konzentrierte.

Laut Jahresgutachten zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Sachverständigenrats von Anfang November 2017 befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem langanhaltenden und kräftigen Aufschwung. Der Sachverständigenrat rechnet mit Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,0 Prozent im Jahr 2017 und 2,2 Prozent im Jahr 2018. Dieser Aufschwung wird bereits seit Längerem durch privaten Konsum, Staatsausgaben und Bauinvestitionen getragen. Zusätzlich investieren Unternehmen stärker in Ausrüstungen sowie in Forschung und Entwicklung. Darin spiegeln sich die immer knapper werdenden Produktionskapazitäten sowie die optimistischeren Zukunftserwartungen wider.

Überauslastung droht

Mit der Zuwachsrate von 2,0 Prozent BIP befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer Überauslastung, das bedeutet, dass das tatsächliche BIP größer ist als das potenzielle BIP (derzeit 1,4 Prozent). Überauslastung bedeutet, dass die Produktionsfaktoren über ihre Möglichkeiten hinaus ausgelastet sind. Die entstehenden Anspannungen äußern sich beispielsweise darin, dass es für Unternehmen schwieriger wird, offene Stellen zu besetzen.

Besonders hoch scheint die Arbeitskräfteüberauslastung laut Jahresgutachten zurzeit im Baugewerbe zu sein. Daraus ergeben sich weitere Folgen: Einerseits führt die hohe Auslastung bei gleichzeitig positiver Auftragslage dazu, dass kapazitätserweiternde Investitionen zunehmen und der Aufschwung anhält. Andererseits sorgen die bestehenden Kapazitätsgrenzen und der einsetzende Arbeitskräftemangel für eine Verlangsamung des Wachstumstempos, da weniger freie Ressourcen zur Verfügung stehen, die schnell aktiviert werden können. Die daraus entstehende Knappheit lässt anschließend das Preisniveau stärker steigen als in den vergangenen Jahren. Zurzeit scheinen Inflations- und Lohnentwicklung moderat. Preise und Löhne werden in den nächsten Monaten aber aufgrund der stärker werdenden Arbeitskräfteknappheit moderat ansteigen.

Die Holzbauunternehmer erwarteten für das vierte Quartal weiterhin sehr gute Ertäge. Etwa 94 Prozent rechneten gleichbleibende oder bessere Umsätze – kein Wunder, liegt doch der Auftragsbestand bei 3,2 Monaten und damit so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Wie sich die Konjunktur im vierten Quartal tatsächlich entwickelt hat, lesen Sie in der März 2018 der BAUEN MIT HOLZ.

Viermal jährlich erfragt die BAUEM MIT HOLZ-Redaktion deutschlandweit die wirtschaftliche Entwicklung im Holzbau mittels einer Online-Umfrage. Die ermittelten Werte werden quartalsweise in der Zeitschrift BAUEN MIT HOLZ präsentiert und abgebildet.


Vielen Dank an die Teilnehmer der Konjunkturumfragen. Mit Ihren Antworten helfen Sie ein genaues Bild der wirtschaftlichen Situation im Holzbau zu erhalten!