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Zimmerer Bildungszentrum Biberach: "Die ÜBA-Lehrgänge in Biberach sind nicht abgesagt, sonder wurden ausgesetzt"

Was machen die Azubis statt ÜBL? Bieten die Berufsschulen eine Online-Beschulung an?, Was müssen Betriebe im Umgang mit Ihren Azubis beachten? Gibt es bereits einen Plan B für die GesellInnenprüfungen, falls die Coronakrise noch länger andauert? Markus Weitzmann, Leiter Bildungszentrum Biberach beantwortet unsere Fragen.

Markus Weitzmann Leiter Bildungszentrum
Markus Weitzmann Leiter Bildungszentrum. Foto: Der Zimmermann

Grundsätzlich besteht das Ausbildungsverhältnis zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildendem (nicht mit einer mit der Durchführung der ÜLU beauftragten Bildungseinrichtung). Daraus ergeben sich die maßgeblichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Da momentan der Berufsschulbetrieb genauso ruht wie die ÜBA gehen wir davon aus, dass sich die meisten Azubis im Betrieb oder auf den Baustellen befinden. Wir haben die Azubis jedenfalls angewiesen, sich umgehend an die jeweiligen Ausbildungsbetriebe zu wenden. Nähere Infomrationen zu Krankenstand, Erholungsurlaub oder gegebenenfalls Quarantäneauflagen sind uns zu den einzelnen Betrieben und Personen nicht bekannt.

Lehrgänge in Biberach sind verschoben, nicht abgesagt

Die ÜBA-Lehrgänge in Biberach sind nicht abgesagt, sonder wurden ausgesetzt. Das heißt wir müssen Lösungen finden, um diese nachzuholen. Nur so kann schlussendlich auch eine Prüfungsreife gewährleistet werden.

Da wir definitiv eine reinrassige ÜBA sind und uns somit auf die praktischen handwerklichen Fähigkeiten für unseren Ausbildungsberuf des Zimmerers/Zimmerin konzentrieren, ist es schwierig dies, ähnlich wie an einer allgemeinen. Schule, per Onlinekurs oder Ähnlich umzusetzen. Außerdem gilt es diese Leistungen auch zu bewerten und anschließend anzuerkennen - hier haben es die Schulen mit theoretischen Inhalten, klassischen Arbeitsblättern dementsprechend leichter.

Für die Ausbildung können wir dies demanch nicht vollumfänglich gewährleisten und sehen davon ab. Natürlich können interessierte Betriebe Übungsaufgaben von uns erhalten um zuhause zu üben. In der Fortbildung setzen wir tatsächlich Onlinelösungen ein um die Inhalte fortzuführen wo es geht, zum Beispiel im Polierkurs oder Meistervorbereitung. Es ist eine Mischung aus Echtzeit-Onlinesequenzen mit den jeweiligen Experten aus dem Zentrum sowie angeleitetem Selbststudium, wie Prüfungsvorbereitung.

Zeitliche Verschiebung und Flexibilität

Was Betriebe beachten müssen? Hinsichtlich der Ausbildung: Es wird zu zeitlichen Verschiebungen kommen was die Betriebszeiten an den jeweiligen Lernorten wie Berufsschule, ÜBA oder Betrieb, angeht. Hier muss von allen beteiligten Partnern die notwendige Flexibilität und gegenseitiges Verständnis aufgebracht werden. Das wird die größte Herausforderung sein nehem ich an. Am Azubi jedenfalls darf und soll kein Schaden oder Nachteil entstehen.

Miteinander - nicht allein

Einen fundierten ausgearbeiteten detaillierten Plan nach (nichtmal einer Woche) kurzfristig angeordneten Schulschließungen kann ich leider nicht vorweisen. Zu Komplex sind die Zusammenhänge von Lernorten und Prüfungsausschüßen. Soviel ist jedoch klar: Es werden zeitliche Verschiebungen notwendig werden und die uns bekannten Prüfungsausschüße werden alles tun um faire und dennoch nachvollziehbare Bedingungen zu schaffen. Das geht nur miteinander - nicht alleine.

Für uns alle ist dies eine Ausnahmesituation und so werden wir auch mit den Kompensationsmaßnahmen auf allen Seiten umgehen lernen müssen.