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Nationaler Waldgipfel: Schirmbeck fordert mehr Bauen mit Holz

„Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald haben zwischenzeitlich enorme Schaddimension erreicht und wir müssen befürchten, dass sich die Situation weiter verschärft“, betonte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates im Rahmen des Nationalen Waldgipfels. Die von Bundesministerin Klöckner bereitgestellten 547 Millionen Euro seien ein erster, wesentlicher Schritt.

Baum
Foto: bmH bauen mit Holz

Aktuelle Zahlen des BMEL beziffern die Schadfläche mittlerweile auf 180.000 Hektar, so viel wie zweimal die Fläche Berlins. „Mit der Schadholzmenge von 105 Millionen Kubikmeter Holz können bis zu fünf Millionen LKW beladen werden, die hintereinander gereiht zweieinhalb Mal um den Globus reichen“, erklärte Schirmbeck.

Bundesministerin Julia Klöckner hatte Fachleute, Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus Bund und Ländern angesichts der aktuellen Waldschäden zum Nationalen Waldgipfel nach Berlin eingeladen. Bereits das Klimakabinett unterstrich in der vergangenen Woche in seinem Klimapaket, dass die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und die Holzverwendung ein enormes Klimaschutzpotenzial haben. „Dieses Potential müssen wir jetzt heben“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates im Rahmen des Nationalen Waldgipfels.

Mehr öffentliche Bauten in Holz gefordert

Schirmbeck wies darauf hin, dass ohne die Klimaschutzfunktionen des deutschen Waldes und des nachwachsenden Rohstoffes Holz die Klimaziele der Bundesregierung nicht zu erreichen sind. Der aktuelle Bericht des Weltklimarates lasse keinen Zweifel, dass wir schnell Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen müssen.

Wald und Holz haben ein enormes Klimaschutzpotenzial und binden jährlich 127 Mio. Tonnen. Sie reduzieren die Co2-Emissionen Deutschlands um 14 Prozent. „Bauen mit Holz ist die wirksamste Möglichkeit CO2 langfristig aus der Atmosphäre zu verbannen. Die öffentlichen Bauherren müssen sich beispielhaft verhalten und viel mehr in Holz bauen“, fordert der DFWR-Präsident.

Klare Aussagen für die Waldbesitzer notwendig

Schirmbeck: „Wieweit die von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Mittel reichen wird die Zeit zeigen. Klar ist: je länger wir die dringend notwendigen Aktivitäten hinauszögern, umso teurer werden die notwendigen Maßnahmen.“ Vor diesem Hintergrund betonte Schirmbeck, dass es jetzt einer klugen und langfristigen Strategie bedarf, deren Finanzierung auch in künftigen Haushalten sichergestellt werden muss! Der Klimawandel und die Anpassung der Wälder werden Waldbesitzende und Forstleute noch Jahrzehnte beschäftigen.

Die zwei Millionen privaten, staatlichen und kommunalen Waldbesitzenden benötigen kurzfristig klare Aussagen der öffentlichen Hand, ob sie auf eine entschiedene unbürokratische Unterstützung vertrauen können. „Besonders die 96,5 Prozent kleinen Privatwaldbesitzer müssen motiviert werden ihre Wälder klima- und standortgerecht wieder zu bewalden, nach dem ihre finanziellen Reserven aufgezehrt sind“, betonte der DFWR-Präsident.