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Der Zimmermann 4.2020: Sockelanschlüsse im Holzbau – dauerhaft und sicher

Wohl nur bei wenigen Ausführungsdetails im Holzbau und Holzhausbau sind in der Baupraxis derartige Unsicherheiten und kontroverse Diskussionen anzutreffen wie bei Sockelanschlüssen. Angesichts der großen Zahl von Konstruktionen und Ausführungsvarianten, die der Holzbau zu bieten hat, mag diese Materie auf den ersten Blick komplex und undurchsichtig erscheinen.

DZI 4.2020 Sockelanschlüsse
Sockelanschlüsse im Holzbau und Holzhausbau sollten nicht nur dauerhaft und praxisbewährt, sondern auch regelwerkskonform hergestellt werden. Bild: Holzabsatzfonds

Was die Regeln der Technik betrifft, verbirgt sich dahinter allerdings eine klare Systematik, die nicht zuletzt aus den Erfahrungen der Baupraxis heraus seit dem Jahr 2012 in der Holzschutznorm DIN 68800-2 verankert ist. Der vorliegende Artikel soll dazu beitragen, Sockelanschlüsse im Holzbau und Holzhausbau nicht nur dauerhaft und praxisbewährt, sondern auch regelwerkskonform herzustellen.

Sockelanschlüsse bei Holzkonstruktionen aller Art sind eine gewerkübergreifende Angelegenheit. Oftmals liegen Unterbau und spätere Geländefertigstellung nicht im Aufgabenbereich – und auch nicht im Verantwortungsbereich – der Zimmerleute. Wenn sich allerdings zu einem späteren Zeitpunkt Schäden einstellen oder Mängel gerügt werden, ist der Holzbau – ob zu Recht oder zu Unrecht – meist mit von der Partie. Erschwerend kommt hinzu, dass in Genehmigungsplänen Darstellungen von holzbaugerechten Sockelanschlüssen eher die Ausnahme als die Regel sind. Umgekehrt wäre es bei Holzkonstruktionen häufig mit erheblichem Aufwand verbunden, wenn zu einem späteren Zeitpunkt Korrekturen oder Nachbesserungen an tragenden Systemen im Sockelbereich vorzunehmen wären. Umsichtiges Handeln und Sachkenntnis sind da das „Schutzschild“ der Zimmerleute. Stark vereinfacht ist es ausreichend, wenn sich die im Holzbau Tätigen drei Zahlen merken: Dreißig, fünfzehn und fünf. Mit diesen drei Zahlen lassen sich nahezu alle Sockelanschlüsse ordnungsgemäß lösen.

Titel DZI 4.2020

Früher war es besser

Unter großzügigen Dachüberständen, dazu mit zwei bis drei Stufen vom Gelände ins Haus, hat sich der Holzbau in der Vergangenheit durchaus wohlgefühlt. Neuere Bebauungspläne, moderne Baugebiete und so mancher Architekturpreis sprechen allerdings eine andere Sprache. Spärliche Dachüberstände, eventuell sogar innenliegende Dachentwässerung und ebenerdige Ausgänge zumindest zur Terrasse sind zentrale Bestandteile im Werkzeugkasten der modernen Architektur geworden. Und dabei kommt schon die erste Zahl ins Spiel, die Dreißig. Wenn Holzbauteile, seien es nun waagerechte Schwellenhölzer, senkrechte Stützen oder schützende Brettbekleidungen, mindestens 30 cm über dem umgebenden Gelände errichtet werden, so ist der erforderliche baulich-konstruktive Holzschutz in jedem Fall und ohne weitere Maßnahmen sichergestellt (Bild 2). Dies gilt sowohl für den Spritzwasserschutz ganz allgemein als auch für den Schutz von Holzbauteilen mit tragender Konstruktion.