zurück

Hallenbau: Größte Boulderhalle der Welt steht bald in Franken

Im Gewerbegebiet Bubenreuth entsteht seit November 2020 die größte Boulderhalle der Welt. Realisiert wird der Holzbau für die Blockhelden GmbH von der Rudolf Hörmann GmbH & Co. KG, die sich auf den Bau von Gebäuden aus Holz, Stahl und Hybrid-Bauweise spezialisiert hat.

3D Visualisierung der Blockhelden  Boulderhalle Frankenjura
3D Visualisierung der Blockhelden Boulderhalle Frankenjura. Foto: Blockhelden Bamberg GmbH

Für Hörmann ist dies bereits die dritte Boulderhalle. Allerdings die erste Boulderhalle, die in so großzügigen Dimensionen mit 14,5 m Höhe und einer Nutzfläche von 5.500 m² geplant wurde. „Dieses Bauprojekt ist ein echtes Prestigeobjekt für den Holzbau in Bayern und Deutschland“, freut sich Geschäftsführer Rolf Hörmann. Die Halle hat einen hexagonalen Grundriss: diese sechseckige Bauweise gibt dem Gebäude einen einzigartigen Charakter, der durch die um 77 Grad gekippte Holzfassade und damit schräg verlaufende Außenfassade noch betont wird. Im Januar 2021 begann die Vorfertigung dieser 14 x 24,7 m bzw. der 14 x 16 m großen Fassadenelemente inklusive Fenster am Firmensitz in Buchloe. Für den Transport auf die Baustelle müssen die Elemente, aufgrund ihrer Dimension, in Einzelelemente (14 x 4,20 m) geteilt und anschließend auf der Baustelle wieder zusammengefügt werden.

Baustelle Boulderhalle Frankenjura
Baustelle Boulderhalle Frankenjura. Foto: Hörmann

Besonderes Brandschutzkonzept für die Halle

Für den Bau der Halle war durch die Einstufung in die Gebäudeklasse 5 ein besonderes Brandschutzkonzept notwendig, das die Umsetzung der Holzbauweise überhaupt ermöglichte. Wichtiger Bestandteil hierbei ist die Erhöhung der Feuerwiderstandsfähigkeit des gesamten Holztragwerks auf F60.

Ein weiterer Bestandteil dieses speziellen Brandschutzkonzeptes kommt in der Fassade zum Einsatz: während die Holzfassade der Boulderhalle aus optischen Gründen von unten nach oben durchlaufend sein wird, wird diese über vertikale Stahlwinkel in kleine Abschnitte unterteil. Dadurch werden eine horizontale Brandausbreitung und ein schlagartiges Entflammen der gesamten Fassade verhindert.

Zudem wird es in der Boulderhalle, die sich über fünf unterschiedlich im Raum verteilte Ebenen erstreckt, auch zwei massive Treppenhäuser aus Stahlbeton und zwei Außenstahltreppen geben. Diese Außenstahltreppen, mit einer Höhe von 12 m, werden am Standort Buchloe selbst gefertigt.

Baustelle Boulderhalle Frankenjura
Baustelle Boulderhalle Frankenjura. Foto: Hörmann

Hinzu kommen weitere brandschutztechnische Herausforderungen beispielsweise zur Rauchabführung in der Boulderhalle. Durch das offene Raumkonzept im Inneren der Halle gibt es, anders als bei Standardbauten, keine durchgehenden Decken. Aus diesem Grund wurden im Vorfeld Brand- und Entrauchungssimulationen durchgeführt, die ein effektives Agieren auf Brandsituationen ermöglicht. Speziell dafür ausgelegte Anlagen auf dem Dach sorgen im Ernstfall für eine zügige Entrauchung, damit die Sportlerinnen und Sportler ohne Probleme zu den Fluchttreppen gelangen können. Zusätzlich sorgt die große Fensterfassade mit Lamellenfenstern für eine Zuluft- und Abluftfunktion in Verbindung mit den Lüftungsanlagen.

 Vorfertigung der Wandelemente für die Boulderhalle im Werk in Buchloe.
Vorfertigung der Wandelemente für die Boulderhalle im Werk in Buchloe. Foto: Hörmann

BIM-orientierte Planung der Halle

Aufgrund seiner Komplexität wurde das Gebäude BIM-orientiert geplant. „Bei diesem Bauvorhaben können wir unsere gesamte Fachkompetenz im Holzbau einsetzen und unsere langjährige Erfahrung bei Hallenbauten für Sport und Freizeit ausspielen“, sagt Michael Hörmann, Bereichsleiter Gewerbe- und Industriebau. So wurde bei die statische Konzeption, Planung und Fertigung komplett von Hörmann realisiert. Die hohe Fertigungstiefe des Unternehmens spiegelt sich bei dieser Umsetzung wider. Das Familienunternehmen baut seit 60 Jahren. Jährlich werden über 600 Bauprojekte in den eigenen Fertigungshallen für Holz-, Metall- und Stahlbau umgesetzt.

Es werden 1.200 m³ Holz sowie Holzwerkstoffe verbaut und damit etwa 1.100 Tonnen CO2 der Umwelt entzogen.

Fachkongress für den digitalen Holzbau

Eastwood