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Statement: "Die Rundholzpreise müssen deutlich angehoben werden"

Wie schätzt Dipl.-Ing. Joachim Prinzbach, Forstwirtschaft, Vorstand Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald eG.vdie aktuelle Situation der Verfügbarkeit von Holz und Holzwerkstoffen am Markt und die Perspektive der Preisentwicklung ein?

 Dipl.-Ing. Joachim Prinzbach, Forstwirtschaft, Vorstand Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald eG.v

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation der Verfügbarkeit von Holz und Holzwerkstoffen am Markt und die Perspektive der Preisentwicklung ein?

Aufgrund der hohen Nachfrage und dem entsprechenden Verbrauch, sowie rückläufigem Anfall von Kalamitätsholz ist grundsätzlich aktuell weniger Rundholz verfügbar, als dies in 2020 der Fall war. Dazu kommt, dass sich aufgrund des geringen Preises der planmäßige Frischholzeinschlag bisher auf einem relativ niedrigen Niveau bewegt hat. In Summe führt dies zu einer Verknappung des Rohstoffes. Die Rundholzpreise müssen deutlich angehoben werden um die Waldbewirtschaftung finanziell wieder attraktiv zu machen.

Wie reagieren Sie auf die Anforderungen des Klimawandels und die steigende Nachfrage nach dem Roh- und Werkstoff Holz?

Eine kurzfristige Reaktion ist eher schwierig. Eine Anpassung des Waldbaus wie über klimaangepasste Baumarten oder auch eine Verringerung der Umtriebszeit bieten Möglichkeiten.

Sollten wir über eine Intensivierung der Waldwirtschaft nachdenken?

Der politische Wille und der gesellschaftliche „Mainstream“ zeigen aktuell ja einen anderen Trend. Bei den hervorragenden Möglichkeiten, die uns die Verwendung von Holz gerade auch im Zusammenhang mit den CO2-Bilanzen und somit im Kampf gegen den Klimawandel bietet, sollte so viel wie möglich dieses wunderbaren Rohstoffs in Deutschland geerntet werden. Dies natürlich auf Basis unserer international führenden Standards bezüglich Naturnähe und Nachhaltigkeit, verbunden mit einer entsprechenden Zertifizierung. Es ist nicht zielführend, wenn das benötigte Rundholz alternativ im borealen Nadelwaldgürtel in subtropischen Holzplantagen oder im Tropenwald exploitiert wird.

proHolz BW

Die Fragen stellte Uwe André Kohler, proHolz BW

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