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Temporärer Holzbau: "Circular Economy" am Gleisdreieck in Berlin

Dort, wo in Berlin künftig die „Urbane Mitte Am Gleisdreieck“ entsteht, steht aktuell das temporäre Holzbaugebäude B-Part. Das Gebäude aus vorgefertigter Element-Holzbauweise entspricht dem Konzept der „Circular Economy“ – das Gebäude so lange wie möglich in Betrieb zu halten und so den Wert der verwendeten Ressourcen zu maximieren.

B-Part Am Gleisdreieck
Foto: B-Part Am Gleisdreieck / HG Esch

Direkt am Gleisdreieck-Park gelegen, bietet B-Part ab sofort auf etwa 1.000 qm Raum für Menschen, die die Lebens- und Arbeitswelten von morgen erleben, erforschen und mitgestalten möchten. Es ist ein Experimentierfeld für alle, die Lösungen über das Arbeiten der Zukunft, zukunftsfähige Mobilität und urbane Gemeinschaften unter einem Dach diskutieren und entwickeln möchten. Das B-Part dient als Blaupause für das dort entstehende Stadtquartier der Zukunft – die Urbane Mitte Am Gleisdreieck.

B-Part Am Gleisdreieck
Foto: B-Part Am Gleisdreieck / HG Esch


Holzrahmen, Brettsperrholz und Holztafelbauweise vereint

Das B-Part Am Gleisdreieck wurde in vorgefertigter Element-Holzbauweise errichtet. Die Holzkonstruktion – bestehend aus Holzrahmen im Bereich Decke und Außenwand, Brettsperrholzdecken & -dach sowie einer Fassade in Holztafelbauweise – ist klima- freundlich, lässt sich in kurzer Bauzeit errichten und auch wieder zerlegen. Das temporäre Gebäude entspricht dem Konzept der „Circular Economy“ – das Gebäude so lange wie möglich in Betrieb zu halten und so den Wert der verwendeten Ressourcen zu maximieren. Die Elemente wurden Just-in-Time produziert, Arbeitsschritte waren genau definiert und in 3D-Modellen festgehalten. Die eigentliche Baustelle lag weniger vor Ort, als vielmehr in der Produktion der montagefertigen Holzbauteile. B-Part‘s äußere Schalung aus Holzlatten sorgt für eine lebendige Wirkung des zweifach geknickten Baukörpers. Im Vorübergehen/-fahren scheint sich die Fassade kaleidoskopisch zu ändern. Die sichtbaren Holzdecken und die mit Seekieferplatten bekleideten Wände schaffen im Inneren eine naturnahe Atmosphäre. Die eigens aus Seekiefer erbauten mobile Fokusboxen, große Holz-Workbenches und die zentrale Freitreppe sorgen für ein angenehmes Raumklima und fördern die Interaktion.

B-Part Am Gleisdreieck
Foto: B-Part Am Gleisdreieck / HG Esch

Das Gebäude besteht zum einen aus der „Hardware“ – dem Holzbau mit rund 100 Plätzen für flexibles, gesundes und inspirierendes Arbeiten sowie der „Software“ – dem im B-Part befindenden „Urban Ideation Lab“. Das „Lab“ bietet sechs kostenfreie, kuratierte Arbeitsplätze basierend auf der Vergabe von Stipendien zur Erforschung zukunftsorientierter Ideen und Lösungen für ein lebenswertes Stadtquartier. Weiterhin beherbergt B-Part ein öffentliches Café und Räumlichkeiten für Kunstausstellungen, ein Outdoor-Fitnessparcours ist geplant. B-Part Am Gleisdreieck erschafft einen Begegnungsort für Nachbarn, Anwohner, Entrepreneure, Projektinteressierte, Kunst-, Sport- und Kulturbegeisterte Als temporärer Holzbau wird B-Part für vier bis fünf Jahre auf dem Gelände stehen, bevor es abgebaut und anderenorts erneut errichtet werden kann.

B-Part Am Gleisdreieck
Foto: B-Part Am Gleisdreieck / HG Esch
Foto:
Architekt
Scharabi Architektur und Projektmgnt. GbR

Tragwerksplaner
ititb frohloff staffa kühl ecker

Holzbau
Renggli International AG

Bauherr
Copro Jägerstr. 4 | 10117 Berlin

Nutzung
Multifunktionsgebäude (Coworking, Café, Urban Ideation Lab, Events, Kultur, Sport)

Bauart
Zweistöckiger Holz-Systembau

Geschossigkeit
2 Geschosse

Bruttogrundfläche in qm
1.065 m

Berliner Holzbaupreis 2019