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BAUEN MIT HOLZ 6.2017: Holzbau mit Statement

Die Holzbauquote hat in Deutschland ein erfreuliches Niveau erreicht, und oftmals sieht man vor allem den Einfamilienhäusern ihren Holzanteil von außen nicht an. Anders ist es bei einem Bau in Mindelheim. Holz spielt dort die Hauptrolle – sowohl in der Konstruktion als auch in der Optik.

Titelstory BAUEN MIT HOLZ 6.2017
Das Holzhaus gibt sich in seiner Umgebung keineswegs unscheinbar. Seine hölzerne Fassade steht im spannenden Kontrast zu den verputzten Außenwänden der Nachbarhäuser. Bild: Benjamin Krampulz

Das Einfamilienhaus befindet sich am südlichen Rand eines Neubaugebiets im Norden der Kreisstadt Mindelheim“, erklärt Architekt Benjamin Krampulz sein Holzbauprojekt. Durch seine Setzung und seine Morphologie reagiere der Holzrahmenbau auf die Gegebenheiten vor Ort. „Der präzise Bebauungsplan bestimmte die äußere Form, die Geschossigkeit und die Erschließung.“ Die Traufhöhen sind auf dem Grundstück auf 6,5 m begrenzt. Für die Dachneigung steht der Bereich zwischen 18° und 23° zur Verfügung. Dabei müssen alle Dachflächen geneigt und rechteckig sein, auch die der angebauten Garagen. Als fast schon holzbaufeindlich liest sich die Festlegung zur Sockelhöhe im Bebauungsplan des Baugebiets. Dort heißt es unter Punkt 13: „Die Sockelhöhe der Gebäude darf maximal 0,3 m betragen. Gemessen als Höhendifferenz zwischen Oberkante Fahrbahn- bzw. Gehwegrand der öffentlichen bzw. privaten Erschließungsstraße in der jeweils kürzesten Entfernung zur Fassadenmitte und der Oberkante Fertigfußboden des Erdgeschosses.“

BMH 6.2017

Mit Blick in die DIN 68800 und die dort definierten Sockel-Regelkonstruktionen für die Gebrauchsklasse 0 ist damit bereits im Bebauungsplan eine Grenzsituation provoziert. Denn unter Berücksichtigung eines üblichen Fußbodenaufbaus von etwa 12 cm liegt die Unterkante der Holzrahmenbauschwelle dann höchstens 18 cm über dem referenzierten Wegeniveau. Soll nun noch ein Geländegefälle zu den öffentlichen Wegen vorhanden sein, verringert sich die Schwellenhöhe weiter. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass der Abstand zwischen Holzrahmenbauschwelle und dem Wegeniveau ggf. unter den in DIN 68800 geforderten 15 cm liegt. Dem kann man durch entsprechende Drainage und wohl durchdachte Abdichtungskonzepte begegnen oder durch einen Antrag auf Abweichung vom Bebauungsplan in diesem Punkt. Beim Einfamilienhaus in Mindelheim entschied man sich für das durchdachte Abdichtungskonzept.

Autor: Wolfgang Schäfer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 6.2017.