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TU Kaiserslautern: Zusätzlicher Raum für angewandte Holzbauforschung

Der Startschuss für den Bau eines Versuchslabors für innovativen und experimentellen Holzbau im Diemersteiner Tal ist gefallen. Kürzlich hat der Forschungsbereich „T-Lab Holzarchitektur und Holzwerkstoffe“ an der TU Kaiserslautern (TUK) die Genehmigung für das Auftaktgebäude, eine Werk- und Forschungshalle, erhalten.

T-Lab Campus Diemerstein
Das Tragwerk der Werk- und Forschungshalle wird aus 13 Dreigelenkrahmen aus Buchen-Furnierschichtholz bestehen. Foto: Bernhard Friese

Die Bauarbeiten auf dem unbebauten Grundstück am Eingang des Diemersteiner Tals sollen noch in 2020 starten. Die TUK ist dort bereits mit der Villa Denis und dem zugehörigen Gästehaus vertreten und ebenso Pächter der benachbarten Fläche, auf der künftig der „T-Lab Campus Diemerstein“ für die angewandte Holzbauforschung entstehen wird. Der Bebauungsplan für die zur Verfügung stehenden rund 3.700 qm ist erstellt. Nach und nach sollen nun vis-à-vis der Villa Denis innovative Holzbauten und Versuchsbauten im Maßstab 1:1 mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten entstehen.

„Der Holzbaucampus im Diemersteiner Tal ermöglicht es uns, unsere Forschungsinhalte im Bereich des Bauens mit nachwachsenden und kreislaufeffizienten Rohstoffen sichtbarer zu machen“, erläutert Univ.-Prof. Stephan Birk, der den Forschungsbereich „T-Lab Holzarchitektur und Holzwerkstoffe“ an der TUK leitet. „Das freie Grundstück bietet die perfekte Fläche für Versuchsbauten sowie Raum für Workshops und Seminare. Gleichzeitig können wir so dazu beitragen, den Standort weiter aufzuwerten und zu beleben.“

Den Auftakt macht eine Werk- und Forschungshalle. Das rund 360 qm große Gebäude wird im Innenraum eine flexibel nutzbare Fläche bieten, die für Veranstaltungen oder aber für den Bau sowie die Montage von Mock-ups und Demonstratoren im Rahmen laufender Forschungsprojekte genutzt werden kann. Für die Primärkonstruktion, die Fassade sowie den Ausbau soll Holz zum Einsatz kommen. Mit seiner architektonischen Gestalt wird der längs zum Tal ausgerichtete Neubau den Kriterien einer konsequenten Kreislaufwirtschaft aller Bauprodukte, Bauelemente und Bauteile entsprechen. Die Planungsgrundlagen sowie das Entwurfskonzept sind in mehreren gemeinsamen Lehrveranstaltungen der Fachgebiete Baukonstruktion und Entwerfen (Univ. Prof. Stephan Birk) sowie Tragwerk und Material (Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf) mit Studierenden entstanden. Die weitere integrale Planung erfolgt bis ins Detail ebenso durch die beiden Fachgebiete sowie mit Unterstützung von externen Partnern, darunter die Technische Hochschule Bingen (Prof. Andreas Winkels und Prof. Martin Pudlik). Die bauliche Umsetzung soll mit ausgesuchten Firmen sowie unter Beteiligung der Studierenden durchgeführt werden.

T-Lab Campus Diemerstein
Der neue Baukörper ist, wie es die Visualisierung zeigt, längs im Diemersteiner Tal situiert. Foto: Nicolai Becker Images


Über das T-Lab Holzarchitektur und Holzwerkstoffe


Das T-Lab Holzarchitektur und Holzwerkstoffe wurde 2014 am Fachbereich Architektur gegründet. In den vergangenen sechs Jahren konnten die Forschungsaktivitäten gemeinsam stetig gesteigert werden. Das T-Lab wird vorrangig nun durch die Fachgebiete Tragwerk und Material (Univ. Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf) sowie Baukonstruktion I und Entwerfen (Univ.-Prof. Stephan Birk) betrieben. Es sieht sich gleichermaßen der Forschung sowie der Lehre verpflichtet. Ziel der interdisziplinären Forschung ist die Erhöhung der Holzbauquote, die Steigerung von Produktspeicher und stofflicher Substitution. Die Vorhaben lassen sich grob in drei Themenfelder gliedern: Entwicklung neuer Bauelemente in Kreislaufwirtschaft, Abbau von Restriktionen und neue Typologien aus Holz. Das T-Lab hat sich mit einer Reihe an Forschungsarbeiten, Dissertationen und Projekten (darunter auch der vielfach ausgezeichnete, partizipative Bau Spinelli in Mannheim) fest in der Holzbauszene in Deutschland etabliert.

Die Finanzierung des „T-Lab Campus Diemerstein“ erfolgt durch die Stiftung der TUK sowie über das LEADER-Programm der Europäischen Union. Entwurf, Planung und Umsetzung übernimmt ein interdisziplinäres Team aus Forschenden, Lehrenden und Studierenden mit dem Ziel, die Konstruktion an den Anforderungen einer umweltverträglichen, zirkulären Wertschöpfung auszurichten.