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Universität für Bodenkultur Wien: Pioniergebäude in Holzbauweise

„Das neue Seminargebäude ist ein Pionierwerk! In unserer Forscher-Neugier haben wir hier viel ausprobiert. Um insgesamt 1000m³ Holz verbauen zu können, mussten wir aber auch viele (Holz)Regeln beachten. So ist ein Niedrigstenergiehaus entstanden, das rund 1000 Tonnen CO2 speichert, quasi wie ein „zweiter Wald“ wirkt und nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt hat“, so Hubert Hasenauer, Rektor der Universität für Bodenkultur Wien (Boko).

Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus.
Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus. Foto: Hannes Buchinger

Zukünftig wird auf 3016m2 Lehre und Forschung in unterschiedlichen Nutzungszonen stattfinden: eine Seminarzone für rund 500 Studierende, Bibliotheksräume und Userräume für rund 130 Studierende, eine Institutszone mit 114 Arbeitsplätzen und rund tausend Quadratmeter Nutzfläche im 2. und 3. Obergeschoß.

Die Universität für Bodenkultur Wien und die Bundesimmobiliengesellschaft luden am 12. Oktober zur Eröffnung des neuen Seminargebäudes in den 19. Bezirk. Die feierliche Schlüsselübergabe fand im Beisein von Wissenschaftsminister Heinz Faßmann, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, BOKU-Rektor Hubert Hasenauer und BIG-CEO Hans-Peter Weiss statt.

Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus.
Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus. Foto: Hannes Buchinger

„Exzellente Infrastruktur ist eine wesentliche Grundlage für hervorragende Lehr- und Forschungsleistungen einer Hochschule. Ich habe daher das klare Ziel, für unsere Universitäten bestmögliche Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre zu schaffen, damit sich Studierende und Lehrende optimal entfalten können. An der Universität für Bodenkultur Wien profitieren davon zukünftig nicht nur die Studierenden und Forschenden, sondern auch das Klima. Das Ilse Wallentin-Haus ist das erste Gebäude in Holzbauweise im Universitätsbereich in Wien und trägt mit einem sehr niedrigen Ausstoß von CO2 zum Klimaschutz bei“, betonte Wissenschaftsminister Heinz Faßman .

Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus.
Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus. Foto: Hannes Buchinger

14 Monate Bauzeit dank vorgefertigter Holzelmente

Hans-Peter Weiss ist CEO der Bundesimmobiliengesellschaft, die als Eigentümerin und Bauherrin den Neubau errichtet hat: „Holz ist aufgrund seiner ökologischen Bedeutung, seines Potenzials für die Bauwirtschaft und der architektonischen Möglichkeiten ein ganz besonderer Baustoff. Das Ilse Wallentin-Haus ist ein sichtbarer Beweis: Innerhalb kurzer Zeit wurde hier ein klimaschonendes Universitätsgebäude errichtet, das sich perfekt in den Campus der BOKU rund um die Türkenschanze einfügt.“ Dank vorgefertigter Holzelemente konnte das Seminargebäude – trotz Corona – in einer Bauzeit von nur 14 Monaten errichtet und somit zwei Monate früher als geplant von der BIG an die BOKU übergeben werden. Investitionsvolumen: 15,5 Mio. Euro.

„Alle 40 Sekunden wachsen in Österreich 40m3 Holz, was dem Bedarf für den Bau eines Einfamilienhauses entspricht. Die Forstwirtschaft arbeitet dabei nachhaltig: Es wird mehr aufgeforstet, als genützt. Im Holzbau sehen wir noch sehr viel Potential. Daher haben wir eine Holzbau-Offensive in der Höhe von 60 Mio. Euro auf den Weg gebracht. Damit wollen wir den Holzbau in den nächsten Jahren vor allem im öffentlichen Bereich auf die Überholspur bringen“, erklärte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus.
Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus. Foto: Hannes Buchinger

Nachaltigkeits-Credo in Architektur übersetzt

Dem Architekturbüro SWAP gelang es, das Nachhaltigkeits-Credo der BOKU in Architektur zu übersetzen. Wer das neue Ilse Wallentin-Haus auf sich wirken lässt - die naturbelassenen Oberflächen, das gesunde schadstofffreie Raumklima und die großen, modernen Fensteröffnungen, die die grüne Umgebung ins Gebäudeinnere holen - wird ihn spüren: den BOKU-Spirit! Architektur und Generalplanung: ARGE Delta Projekte GmbH und SWAP Architekten ZT GmbH.

Bei der feierlichen Schlüsselübergabe bekam das Universitätsgebäude auch seinen Namen: Ilse Wallentin-Haus. Namensgeberin ist Ilse Blasch, geborene Wallentin, die 1924 als erste Frau an der BOKU promovierte.

Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus, Schlüsselübergabe
Nach nur 14-monatiger Bauzeit ist das Ilse Wallentin-Haus bezugsfertig! Bei der feierlichen Schlüsselübergabe (von links) BOKU-Rektor Hubert Hasenauer, Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Bundesminister Heinz Faßmann und BIG-CEO Hans-Peter Weiss. Foto: Boku Medienstelle/Christoph Gruber: Daniel Hinterramskogler
Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus.
Universität für Bodenkultur Wien, Ilse Wallentin Haus. Foto: Hannes Buchinger

Technische Details


Materialien und Oberflächen:
  • Fassade: unbehandeltes Lärchenholz
  • Bodenbelag (Bürozone, Bibliothek und Seminarräume): Eichenparkett
  • Decken und Träger: sichtbare Holzoberflächen, unbehandelt. Die unbehandelten Holzoberflächen tragen durch Feuchtepufferung auch zu einem angenehmen Raumklima bei.
  • Chemikalienmanagement: Gesunde Raumluft wird durch die Vermeidung von Lösungsmitteln und anderen Schadstoffen sichergestellt.
  • Akustikpaneele (Lesezone und Seminarräume): gelochte Schichtholzplatte Fichte unbehandelt
  • Fenster: 3-Scheiben Wärmeschutzverglasung mit Holzrahmen und Aluminium-Deckschale
  • Hochwärmegedämmte Gebäudehülle
  • Erschließungskerne, Sanitärräume und Untergeschoß in Sichtbeton mit hoher Ausführungsqualität  

Haustechnik:
  • Anbindung an Fernwärmeleitung
  • Fußbodenheizung und Fußbodenkühlung
  • Kontrollierte mechanische Be- und Entlüftung mit Wärme- und Feuchterückgewinnung der Bibliothek und Seminarräume
  • Free-Cooling über Rückkühler am Dach
  • Motorisch betriebener außenliegender Sonnenschutz in windrobuster Ausführung