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Walden 48: Richtfest für das größte Holzgebäude Berlins

Mit einem Richtfest wurde Ende Februar die Fertigstellung des Rohbaus „Walden 48“ in der Berliner Landsberger Allee begangen. Das sechsgeschossige 60 Meter lange Holzmassiv-Wohngebäude unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Berlins als Zentrum innovativer, urbaner Holzarchitektur.

Rubner Holzbau Berlin Richtfest Walden 48
„Walden 48“ mit seinen sechs Geschossen, einer Fahrradtiefgarage, Gemeinschaftsflächen und insgesamt 5.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche besteht aus Massivholzwänden mit Holzbeton-Verbunddecken. Foto: Rubner Holzbau

Das Grundstück „Walden 48“ mag für viele als Wohngegend nicht gerade sehr einladend wirken. Auf der Vorderseite befindet sich mit der Landsberger Allee eine der lautesten Straßen Berlins, auf der Rückseite das umgewidmete Areal des evangelischen Friedhofs St. Georgen. Doch am Baugrund selbst wurde nie bestattet, womit die künftigen Bewohner der über 40 Wohneinheiten nunmehr durch ein Tor in der denkmalgeschützten Friedhofsmauer zu ihrem Hauseingang gelangen. Darüber präsentiert die nördliche Straßenseite des 60 Meter langen Gebäudes eine Schieferverkleidung, Erd- und Dachgeschoss bleiben holzsichtig. Und obwohl die Lärmbelästigung mit 75 Dezibel für einen Wohnungsbau eigentlich um einiges zu hoch wäre, leistet der Holzneubau selbst einen ausgezeichneten Schallschutz. Denn der Straßenlärm wird fast gänzlich von der hölzernen, zweischichtig-hohlraumgedämmten Schiefer-Fassade absorbiert. Auf der Südseite, die sich zum parkähnlichen Friedhofsgelände öffnet, weisen tiefe Balkone ins Grüne, wobei die komplette Fassade mit einer unbehandelten Lärchenholzschalung ausgeführt wird.

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Obwohl die Lärmbelästigung mit 75 Dezibel für einen Wohnungsbau eigentlich um einiges zu hoch wäre, leistet der Holzneubau selbst einen ausgezeichneten Schallschutz. Foto: Rubner Holzbau


„Walden 48“ mit seinen sechs Geschossen, einer Fahrradtiefgarage, Gemeinschaftsflächen und insgesamt 5.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche besteht aus Massivholzwänden mit Holzbeton-Verbunddecken. Die drei Fahrstuhlkerne als auch sämtliche Treppenläufe und dazugehörigen Treppenpodeste werden ebenfalls in Massivholz ausgebildet. Lediglich die Treppenhäuser wurden in Stahlbeton erstellt. Die mit 13 Metern Tiefe angelegten Wohneinheiten wurden durch Deckenspannweiten von 7,20 m ohne Stützen realisiert. Das bietet den Bewohnern den größtmöglichen Gestaltungsspielraum mit loftartigen Wohnungen aber auch kleinteiligen Grundrissen, wobei die tragenden Wände und Deckenunterseiten vollflächig holzsichtig sind.

„Wir schätzen am Baustoff Holz besonders die ökologischen Materialeigenschaften und die ästhetische Wirkung von sichtbaren Holzoberflächen. Holzkonstruktionen sind prädestiniert für das energiesparende Bauen, sie können vorgefertigt werden und verkürzten so die Rohbauzeit mit 31 Kalenderwochen auf knapp über ein halbes Jahr“, erklärt Architektin Susanne Scharabi vom gleichnamigen Berliner Architekturbüro. Gemeinsam mit Anne Raupach zeichnete das Scharabi-Team für das architektonische Konzept verantwortlich. Und Architekt Farid Scharabi ergänzt: „Holz ist unsere Mission. Als Architekten sehen wir uns in der gesellschaftlichen Verantwortung, umweltschonend und zukunftsfähig gerade im städtischen Kontext zu bauen.“

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Holz lautet die natürliche Antwort auf die baulichen Anforderungen der Zukunft. Foto: Rubner Holzbau


„Holz lautet die natürliche Antwort auf die baulichen Anforderungen der Zukunft. Immerhin präsentiert sich dieser alte Baustoff heutzutage leistungsfähiger denn je, denn Holz ist leicht, stabil, nachwachsend und dabei Kohlenstoff speichernd, wärmedämmend, brandsicher, ästhetisch und vielfältig wie kein anderes Material“, so Rubner Holzbau-Projektleiter Eder vor dem im Rohbau fertiggestellten Holzwohngebäude in der Berliner Landsberger Allee. Rubner Holzbau ist den konstruktiven Holzbau verantwortlich.

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„Alles aus Holz! – So wird’s erbaut, nicht viele haben daran geglaubt“, hielt Zimmerermeister Stephan Pinkel in seinem Richtspruch fest. „Nachhaltig und ökologisch soll es sein, effizient und schön noch oben drein.“ Foto: Rubner Holzbau