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World Skills: Herzlichen Glückwunsch nach Hessen

Kevin Hofacker aus Steinau, Hessen, hat bei der WorldSkills, der Weltmeisterschaft der Berufe, in Abu Dhabi im Wettbewerb der Zimmerer eine Medallion for Excellence bekommen und belegt in einem engen Teilnehmerfeld den 7. Platz. Hofacker ist amtierender Zimmerer-Europameister 2016.

World Skills 2018
K evin Hofacker (rechts) mit dem Trainer und Experte Roland Bernardi. Bild Küttner/ZDB

"Keine Frage, ich hätte mir eine bessere Platzierung gewünscht. Ich bin in Abu Dhabi angetreten, um zu gewinnen. Dafür habe ich mich intensiv vorbereitet, dafür habe ich hier vier Tage alles gegeben“, so Kevin Hofacker. „Aber andere Nationen waren in diesem Wettbewerb besser. Und ich habe leider einen Fehler gemacht, der mich entscheidende Punkte gekostet hat. Aber nichtsdestotrotz, ich hatte hier eine großartige Zeit mit einzigartigen Eindrücken und ich möchte nichts aus den drei Jahren der intensiven Vorbereitungszeit missen“, so der Zimmerer-Europameister aus dem Jahr 2016. Hofacker arbeitet als Geselle bei Alexander Stein GmbH in Steinau-Ulmbach.

Der entscheidende Fehler passierte Hofacker im Modul 2. „Zwei Hölzer waren zu lang und mussten durch zwei Nachschnitte gerettet werden“, so Roland Bernardi. Das kostete fünf wertvolle Punkte und den Platz auf dem Podest. Und warum hat es Kevin beim Tisch so spannend gemacht? Ein Fehler in der Zeichnung kostete Zeit. Dann wurde es extrem knapp für eine gute Ausarbeitung und ein perfektes Zusammenbauen. Der Tisch stand, aber am Ende nicht so perfekt, wie es mit etwas mehr Zeit möglich gewesen wäre. „Ja, die Zeit war hier mein ärgster Feind!“, so Kevin. Und die beiden vor Ort anwesenden Trainer werden die künftigen Trainings an diesem Punkt optimieren.

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Der Pavillion mit Tisch. Bild Küttner/ZDB

Die Aufgabe der Zimmerer während des viertägigen Wettbewerbs mit 22 Zeitstunden bestand aus vier Modulen. Das erste Modul war ein Pavillon mit trapezförmigem Grundriss, das zweite ein symmetrisches Satteldach mit geneigtem First, senkrechten Giebelsparren und verkanteten Hölzern. Im Pavillon war eine Sitzbank (Modul 3) mit Bodenbelag in drei verschiedenen Höhen und Niveaus zu erstellen. Diese Sitzbank wurde aus Vollholz mit einer Stärke von vier Zentimetern hergestellt und musste auf Gehrung geschnitten werden. Abschließend musste ein Stehtisch als Modul 4 gebaut werden. Er wurde nach der Mandala-Bauweise hergestellt und bestand aus drei verschiedenen Streben mit jeweils unterschiedlicher Neigung. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe bestand in der hohen Genauigkeit in den Schnitten sowie den extrem großen Querschnitten bei den Wänden und der Bodenplatte im Modul 1. Die knapp zur Verfügung stehende Zeit verschärfte die Schwierigkeit.

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Der Pavillion wurde nach der Mandala-Bauweise hergestellt und bestand aus drei verschiedenen Streben mit jeweils unterschiedlicher Neigung.Bild Küttner/ZDB

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes kommt mit insgesamt einer Silbermedaille und drei Medaillons for Excellence im Gepäck nach Hause. Timo Schön (21) aus Velburg in Bayern und Medin Murati (20) aus Warmisried in Bayern holten im Wettbewerb der Betonbauer die Silbermedaille. Jannes Wulfes (21) aus Harsum, Niedersachsen, erreichte im Wettbewerb der Maurer einen hervorragenden 5. Platz, Raphael Rossol (21) aus Gnarrenburg in Niedersachsen belegte im Wettbewerb der Fliesenleger den 9. Platz. Beide erhielten für ihre Bestleistungen eine Medaillon for Excellence. Lukas Kirschmer (20) aus Blaubeuren in Baden-Württemberg erreichte im Wettbewerb der Stuckateure den 14. Platz.

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Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe bestand in der hohen Genauigkeit in den Schnitten sowie den extrem großen Querschnitten bei den Wänden und der Bodenplatte im Modul 1. Bild: Küttner/ZDB

Klaus-Dieter Fromm, Delegationsleiter des Deutschen Baugewerbes in Abu Dhabi und Vorsitzender des Ausschusses für Berufsbildung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbes, gratulierte dem Team: „In Abu Dhabi waren Deutschlands beste junge Facharbeiter am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann.“

Rund 1.300 Teilnehmer aus 59 Ländern haben vom 14. bis 19. Oktober 2017 in Abu Dhabi bei der WM der Berufe in 51 verschiedenen Wettbewerbskategorien um Medaillen gekämpft. Präzision und Genauigkeit sowie Nervenstärke und Konzentration entschieden über Gold, Silber und Bronze. Rund 150.000 Besucher und Besucherinnen haben an den vier Wettbewerbstagen den jungen Wettkämpfern über die Schulter geschaut. 42 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten in 37 Berufen.