Die meisten Preise haben ein Niveau erreicht, für das der Markt kaum weitere Steigerungen zulässt, auch wenn es von den Rohstoffkosten her notwendig wäre.
Auch die Holzwerkstoffindustrie hat zwar lebhaft von der wirtschaftlichen Erholung profitiert, insbesondere von den Konjunkturpaketen allerorten, aber der Erholungstrend scheint sich jetzt, was die Nachfrage und die Preise anbetrifft, jedenfalls bei einigen Plattenarten dem Höhepunkt anzunähern. Der inländische Bedarf steuert wieder auf eine Normalisierung zu. Beim Export deutet sich noch keine Explosion an. Für einige Holzwerkstoffe hat sich die Rohstoffbeschaffung durch die Entwicklung auf dem Energieholzmarkt in einer Weise verteuert, dass man den Materialeinkauf inzwischen zu einem Hauptproblem der Branche erklärt hat. Außerdem ist in verschiedenen Verbrauchsbereichen ein Trend zu neuen Werkstoffen, die teilweise keine Holzwerkstoffe mehr sind, zu beobachten. Im Gegensatz zu verschiedenen deutschen Prognosen, die für die mittelfristige Zeit einen Rückgang des Bedarfs an Holzwerkstoffen voraussagen, rechnet die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa mit einem Zuwachs von neun Prozent.
Höhere Spanplattenpreise kaum durchsetzbar
Nach eigener Einschätzung steht die Spanplattenbranche vor einem der größten Umbrüche ihrer Geschichte. Einer seit der Jahrtausendwende deutlich sinkenden Nachfrage stünden steigende Rohstoffkosten gegenüber. Die vor diesem Hintergrund dringend notwendigen Erhöhungen der Verkaufspreise seien aufgrund des Mengendrucks durch das Überangebot nicht mehr durchsetzbar. Die Spanplattenindustrie hat die inländische Produktion im letzten Jahrzehnt schon um etwa ein Drittel zurückgefahren. Der Konsolidierungsprozess sei noch nicht abgeschlossen, auch wenn sich die Exportmöglichkeiten kurz- oder mittelfristig kräftig verbessern sollten. Eines ihrer Hauptprobleme sieht die Branche in der Verwendung von Frischholz für Energiezwecke, wodurch eine Preisentwicklung beim Rohholz ausgelöst wird, die die Spanplattenhersteller nicht mehr in ihren Verkaufspreisen weitergeben können. Hersteller und Händler werden sich weiter um Preisanhebungen bemühen, aber es ist damit zu rechnen, dass der Preisgipfel demnächst erreicht wird. Nach den letzten Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Spanplattenpreise um knapp zehn Prozent über denen des letzten Jahres, und auch die Preise der importierten Spanplatten übertrafen diejenigen des Vorjahres um fast neun Prozent, beide mit nachgebenden Monatsraten.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe BAUEN MIT HOLZ 1.2011.
Günther Zimmermann
Günther Zimmermann ist freier Mitarbeiter der Zeitschrift BAUEN MIT HOLZ.
