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Entwicklung der Erzeugerpreise (2005 = 100) für Spanplatten (roh oder geschliffen), MDF- und HDF-Platten von Januar bis Dezember 2009.

News 2011-02-04T00:00:00Z 3.2010: Holzwerkstoffpreise sanft steigend

Vor allem die Konjunkturpakete werden die Nachfrage im In- und Ausland anregen und die Preise für Holzplatten spürbar bis deutlich ansteigen lassen.

Durchschnittlich liegen die Holzwerkstoff-Erzeugerpreise nach den letzten verfügbaren Preisstatistiken je nach Plattenart um 7 bis 11 % unter den entsprechenden Vorjahrespreisen, aber das angekündigte Ende des inzwischen jahrelangen Preisverfalls ist jetzt feststellbar. Oder anders ausgedrückt: Die sogar in der absatzschwachen Winterzeit beobachteten Preisanhebungen weisen auf einen bevorstehenden Preisanstieg hin. Der Ifo-Geschäftsklima-Index zeigte bei Furnier- und Spanplatten schon seit dem Herbst 2009 steil nach oben, weil die Hersteller zuvor ihren Ausstoß offenbar etwas zu stark gedrosselt und die Hersteller und der Handel ihre Bestände übermäßig reduziert hatten.

Wie die steigende Preiskurve bei den einzelnen Sortimenten in den nächsten Monaten verlaufen wird, ist aber kaum erkennbar; sie ist von vielen Faktoren abhängig. Es ist damit zu rechnen, dass in den beiden großen Verbrauchsbereichen, der Bauwirtschaft und der Möbelproduktion, der Bedarf an Holzwerkstoffen zunehmen wird, und zwar wie aus den Verbänden zu hören mit einer Marge im einstelligen Bereich. Die Hersteller werden sich einer akribischen Angebotssteuerung befleißigen und die angezogenen Produktionsbremsen nur behutsam lösen. Wenngleich in diesem Jahr bei den Holzplatten keine ausgesprochenen Preisexplosionen zu erwarten sind und sich die Holzwerkstoffpreise allenfalls behäbig nach oben entwickeln dürften, kann der Ratschlag, jetzt Vorverträge abzuschließen oder sich ein Lager anzulegen, nicht ganz verkehrt sein. Längerfristig wird man mit deutlich höheren Holzwerkstoffpreisen rechnen müssen, weil der Preiskampf um den Roh- und Brennstoff Holz nach diesem Winter neu entbrennen wird.

Spanplattenpreise leicht teurer

Der Spanplattenmarkt hat schon im zweiten Halbjahr 2009 gehörig von den staatlichen Konjunkturpaketen profitiert, und sie werden auch den Markt 2010 deutlich erkennbar beflügeln; denn zwei Drittel des für den öffentlichen Bau bestimmten Fördervolumens werden erst in diesem Jahr auf den Märkten zum Einsatz kommen. Ähnliche Entwicklungen vollziehen sich auch auf den meisten europäischen Nachbarmärkten, sodass der Export ebenfalls Wind unter die Flügel bekommt. Die Importpreise sind auch sehr fest. Die Hersteller, die sich zudem immer noch mit erstaunlich hohen Preisen bei den Vorprodukten abplagen müssen, werden Produktion und Angebot mit subtiler Raffinesse steuern und ihre Verkaufspreise auf die frühere Höchstmarke ausrichten wollen, die um gut 20 % über dem heutigen Niveau liegt. Dass dies in absehbarer Zeit gelingt, glauben nur die Überoptimisten.

Faserplattenpreise im Aufwind

Das Faserplattengeschäft hatte in seinen wichtigsten Facetten schon am Ende des vergangenen Jahres Fahrt aufgenommen und zu leichten Preisanhebungen Anlass gegeben, weil die Nachfrage sich keineswegs drastisch verschlechtert hatte. So startet das Faserplattenjahr recht munter, und die Preise werden gemächlich, aber insgesamt mit einer Gesamtrate von wahrscheinlich über 10 % nach oben klettern.

Die komplette BAUEN MIT HOLZ Preistendenz lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 3.2010.

Günther Zimmermann

Günther Zimmermann ist freier Mitarbeiter der Zeitschrift BAUEN MIT HOLZ.

zuletzt editiert am 04. August 2021
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