Das Regionaltreffen in Lüneburg machte den Anfang. Es war die erste Großveranstaltung des 81fünf-Netzwerks seit anderthalb Jahren. Quelle: 81fünf
Das Regionaltreffen in Lüneburg machte den Anfang. Es war die erste Großveranstaltung des 81fünf-Netzwerks seit anderthalb Jahren. Quelle: 81fünf

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06. October 2021 | Teilen auf:

81fünf: Drei Regionaltreffen ersetzen 2021 die große Jahrestagung

Das bundesweite 81fünf-Netzwerk aus Zimmereien, Holzbau-Unternehmen, Planern und Architekten hat seine Jahrestagung in diesem Jahr auf drei Regionaltreffen aufgeteilt. Sie fanden im Laufe des Septembers in Lüneburg, Essen und Ostfildern statt. Die Partner trafen sich erstmals wieder in größerer Runde, um sich über aktuelle Entwicklungen im Holzbau auszutauschen und zu diskutieren. Nach fast anderthalbjähriger Pause war die Freude über eine Präsenzveranstaltung bei den Teilnehmern genauso wie bei 81fünf-Vorstand Thomas Elster deutlich spürbar.

Zu Beginn gab Elster einen kurzen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Holzbau-Branche. Die Übernahme von Start-ups mit teils disruptiven Geschäftsmodellen und der Kauf von mittelständischen Zimmereien durch große Baukonzerne würden aufmerksam verfolgt, so Elster. Eine besondere Rolle spielte in den vergangenen Monaten die Entwicklung der Holzpreise. Der sprunghafte Anstieg zu Beginn des Jahres hatte teils dramatische Effekte für Handwerksbetriebe. Thomas Elster sprach den Unternehmergeist der Partner an und betonte die Chancen, die in schwierigen Entwicklungen liegen. Anhand einiger Beispiele zeigte er, wie Unternehmen konstruktiv auf die Herausforderung reagiert haben.

Das 81fünf-Netzwerk hat die Regionaltreffen genutzt, um die Arbeit der Projektgruppen vorzustellen und zu diskutieren. Die Projektgruppen arbeiten innerhalb der 81fünf an verschiedenen Zukunftsthemen, um als Gruppe Lösungen und Innovationen voranzutreiben. Hierzu zählt auch der Bereich der Großprojekte und Kooperationen. Immer häufiger schreiben Kommunen und Projektentwickler ihre Bauprojekte klimafreundlich in Holzbauweise aus. Doch es fehlen Unternehmen, die in diesen Dimensionen bauen können. Darum braucht es mehr Kooperationen kleinerer und mittelständiger Handwerksbetriebe oder Planer. „Mit vertikalen oder horizontalen Kooperationen mit klaren Regeln und Zuständigkeiten sind sie in der Lage, wirtschaftlich attraktive Großprojekte gemeinschaftlich umzusetzen“, so Vorstand Thomas Elster.

Vorstand Thomas Elster freute sich über den regen Zuspruch bei den Regionaltreffen des 81fünf-Netzwerks in Lüneburg, Essen und Ostfildern. Quelle: 81fünf

Rahmenbedingungen für gesicherte und nachhaltige Entwicklung im Holzhausbau schaffen

Die 81fünf arbeitet nicht erst seit den Preissprüngen für Holz und Holzprodukte am Thema Materialbeschaffung, doch die aktuelle Entwicklung hat dem Projekt eine neue Dringlichkeit verliehen. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, die Rahmenbedingungen für eine gesicherte und nachhaltige Materialbeschaffung der Partner zu schaffen. Der 81fünf geht es dabei nicht um die Bündelung von Einkaufsmacht, sondern vielmehr um Standards bei Nachhaltigkeit und die Stärkung der Regionalität. „Beständigkeit und Verlässlichkeit sind unsere Werte auch bei der Materialbeschaffung“, erklärt Elster.

Eng verbunden damit die grundsätzliche Frage, wie eine nachhaltige Entwicklung im Holzhausbau weiter vorangebracht werden kann. Als Netzwerk wollen die 81fünf-Partner Kriterien entwickeln, um Baustoffe umfassend zu bewerten: Geringer Energieaufwand in der Produktion, kurze Transportwege, unbedenkliche Inhaltsstoffe und auch die Kreislauffähigkeit sind dabei wichtige Kriterien. Es geht aber auch um neue Planungs- und Denkmuster für den Hausbau, damit Nachhaltigkeit kein Schlagwort, sondern ein Zukunftskonzept wird.

Fachlicher Input: Schall- und Brandschutz sowie digitales Projektmanagement

Für die fachliche Fortbildung auf den Regionaltreffen sorgten Micha Trefz vom Deutschen Holzfertigbau-Verband (DHV) mit einem Vortrag über Schall- und Brandschutz sowie Gerd Prause vom Planungsbüro Prause aus Lindlar, der über die Vorteile der Digitalisierung des Planungsprozesses informierte. Der erfahrene Bauingenieur zeigte verschiedene Level der Umsetzung: vom Bauinformationsmodell (BIM) über holzgerechte Planung bis zum modernen Projektmanagement mit agilen Teams.

Für die 81fünf waren die Regionaltreffen ein erster Schritt zu mehr persönlichem Austausch. „Als Netzwerk können wir über Videokonferenzen kommunizieren, aber der direkte Austausch darf nicht dauerhaft fehlen.“ Thomas Elster blickt zuversichtlich nach vorn und zieht ein positives Resümee nach dem dritten Regionaltreffen in Ostfildern, wo die 81fünf zu Gast beim befreundeten DHV war.