Umsatz nach Arbeitsbereichen: Umsatzmotor bleiben klassische Zimmererarbeiten. Graphik: BAUEN MIT HOLZ

News 2014-02-18T00:00:00Z Aufholjagd gestartet

„Wie erwartet nahm der Umsatz im April, nach den witterungsbedingten Behinderungen im ersten Quartal, eine positive Entwicklung. Gleichwohl haben die Wetterverhältnisse, die noch in der ersten Dekade des Aprils in weiten Teilen Deutschlands herrschten, einen deutlicheren Aufschwung verhindert.“

So fasst Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, den Anfang des zweiten Quartals zusammen. Dank einer deutlichen Belebung der Bautätigkeit konnte das gesamte zweite Quartal die in es gesetzten Erwartungen erfüllen und die Verluste des Winters auffangen. Auch der Auftragsstau aus dem ersten Quartal – angesammelt durch den strengen Winter bis weit in den März – trug zum erfreulichen Ergebnis bei. „Gut“ (2,1) ist das Urteil über die Ertragslage. Damit erreicht die Bewertung das Vorjahresniveau. Das erste Quartal wurde noch mit der sehr schlechten Note „ausreichend“ (3,31) bewertet. Im ersten Quartal 2013 fielen die Verluste heftiger aus als eigentlich erwartet.
Doch auch das zweite Quartal war nicht ohne Wetterkapriolen und damit einhergehende Baubehinderungen. Nach Schnee noch im April setzte dauerhafter Regen ein. Im Mai legte das Hochwasser weite Landesteile im Süden und Osten lahm. Deshalb blieb es nur bei einer Stabilisierung und leichten Belebung der Baukonjunktur. Das Hochwasser hat allerdings keine Auswirkungen auf die Ertragslage in den Regionen. Nord (2,1), Mitte (2,06) und Süd (2,1) beurteilen sie mit gut.
Die Auslastung im Holzbaugewerbe lag im zweiten Quartal erfreulich hoch. Die Personalauslastung stieg von 76 Prozent im Vorquartal auf Vorjahresniveau: 93 Prozent. Die gestiegene Auslastung der Maschinen auf 69 Prozente erreicht ebenfalls Vorjahresniveau, Der Anteil der ausgeführten Arbeiten im Altbau sank um 6,5 Prozent auf 52,4 Prozent. Der Anteil an ausgeführten Arbeiten im Neubau stieg auf 47,6 Prozent.
Die Belebung der Bautätigkeit wurde von privaten Bauherren getragen, die die dominierenden Auftraggeber bleiben (72,5 Prozent). Dieser Trend dürfte anhalten, denn die Baugenehmigungen zeigen in dieser Sparte weiter ein stetiges Wachstum. Zudem bleiben die Lage am Arbeitsmarkt und die Hypothekenzinsen auf baufreundlichem Niveau.

Wirtschaftsbau enttäuscht
Der Wirtschaftsbau enttäuscht. Im Vorjahresquartal noch bei 17,4 Prozent und 19,2 Prozent im letzten Quartal 2012, erreicht er aktuell nur magere 13,4 Prozent. Im ersten Quartal 2013 war er auf 12,6 Prozent gefallen. Eine, wie von den Wirtschaftsinstituten prognostizierte, Belebung der Wirtschaft lässt sich hier nicht erkennen.
Das ständige Schlusslicht öffentlicher Bau (14,1 Prozent) rückt wegen der zögerlichen Haltung der gewerblichen Auftraggeber auf den zweiten Platz. 14,1 Prozent der Aufträge kamen aus diesem Segment. Damit setzt der öffentliche Bau seinen Aufwärtstrend fort und verdoppelt zum Vorjahresquartal (7,7 Prozent) sogar seine Anteile. Die Baugenehmigungen zeigen seit Monaten hohe Zuwachsraten für den öffentlichen Bau. Die kommunale Investitionstätigkeit im Jahr 2013 wird laut einer Befragung der KfW als stabil eingeschätzt. Der Ausblick auf die nächsten sechs Monate ist dabei leicht optimistischer als noch in der letzten Blitzbefragung. Die Gesamtfinanzierungssituation der Kommunen hat sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 2012 verbessert: Die Hälfte der Kommunen beurteilt diese als befriedigend oder besser. Die Umsätze nach Arbeitsbereichen teilen sich in gewohnter Form auf: Den überwiegenden Anteil am Umsatz erwirtschaften die Holzbaubetriebe mit klassischen Zimmererarbeiten
(45,9 Prozent). Dachdeckungen (17,0 Prozent) und Hausbau (14,9 Prozent) folgen auf den Plätzen. Die Denkmalpflege ist mit 7,7 Prozent am Umsatz beteiligt. Die Schlusslichter bilden Trockenbau (4,1 Prozent), Ingenieur-Holzbau (3,5 Prozent), Treppenbau (3,4 Prozent) und Montage (3,3 Prozent).
Die Auftragsbestände steigen auf ein Rekordhoch und liegen bei 2,6 Monate oder 10 Wochen. Dies ergibt sich aus den eingeschränkten Produktionsmöglichkeiten der letzten Monate sowie aus gesteigerter Nachfrage in den verschiedenen Bausparten.

Laura Westerhoff

Das vollständige Konjunkturbarometer II.2013 lesen Sie in Ausgabe BAUEN MIT HOLZ 9.2013.

zuletzt editiert am 04. August 2021
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