Zum Internationalen Frauentag am 8. März macht der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie deutlich, wie wichtig weibliche Perspektiven und Expertise für die Zukunft der Branche sind.
Die Baubranche ist heute und in Zukunft unverzichtbar – nicht nur für den Bau von Wohnraum, sondern auch für die Instandhaltung und Erweiterung wichtiger Infrastrukturen. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, setzt die Branche auf Digitalisierung, künstliche Intelligenz und technologische Innovationen, die Effizienz und Produktivität steigern. Dies macht die Branche zunehmend attraktiver für Fachkräfte – egal ob männlich, weiblich oder divers, heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.
Jutta Beeke, Vize-Präsidentin der Bauindustrie und Geschäftsführerin von Echterhoff, betont: „Bauen ist mehr als Technik – es ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit und erfordert Teamarbeit.“ Sie hebt hervor, dass die Branche dringend Fachkräfte aller Geschlechter braucht, um ihre Aufgaben zu bewältigen. Besonders wichtig sei es, Rolemodels zu schaffen, da Frauen in der Bauindustrie bis 1994 ein Arbeitsverbot hatten und daher wenige Vorbilder existieren.
Die Bauindustrie setzt sich aktiv gegen veraltete Geschlechterklischees ein, etwa durch die Initiative „Klischeefrei“ , um stereotype Vorstellungen über Berufsbilder abzubauen. Mit der Gründung eines eigenen FrauenNetzwerks-Bau , das rund 800 Mitglieder umfasst, bietet die Branche eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung weiblicher Fach- und Führungskräfte.
Zum Internationalen Frauentag am 8. März macht Beeke klar: „Die Öffnung der Baubranche für Frauen ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Wir brauchen weibliche Expertise für die nachhaltige Gestaltung unserer gebauten Umwelt.“ Die Branche bietet zahlreiche Karrierechancen, insbesondere in Bezug auf den dringenden Wohnraumbedarf, Klimaziele und die Sanierung maroder Infrastruktur.
Zahlen belegen, dass Frauen in der Baubranche noch immer unterrepräsentiert sind: Nur 14 Prozent der Beschäftigten im Baugewerbe sind weiblich, im Bauhauptgewerbe nur 11 Prozent. Der Frauenanteil in gewerblichen Berufen liegt bei lediglich 2,2 Prozent, in der Bauplanung sind es hingegen 28 Prozent. Auch in der Bauingenieurwissenschaft sind 30 Prozent der Studierenden weiblich. Doch trotz der vielen Qualifikationen verdienen Frauen in der Branche oft weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die Baubranche hat noch viel Potenzial, wenn es darum geht, Frauen stärker einzubeziehen und ihre Expertise für die Zukunft der Branche zu nutzen.
Zahlen und Fakten zu Frauen in der Baubranche
- Lediglich 14 Prozent der Beschäftigten im Wirtschaftszweig Baugewerbe sind weiblich.
- Im Wirtschaftszweig Bauhauptgewerbe liegt der Anteil mit 11 Prozent sogar noch darunter.
- In bauhauptgewerblichen Berufen liegt der Frauenanteil nur bei 2,2 Prozent, bei den gewerblichen Auszubildenden in bauhauptgewerblichen Berufen bei 4,4 Prozent.
- Frauen arbeiten lieber in der Planung: 28 Prozent der Beschäftigten in der Bauplanung und -überwachung sind Frauen.
- 30 Prozent der Studierenden des Fachs Bauingenieurwesen sind weiblich.
- 29 Prozent der Bauingenieure, welche überwiegend in Bauunternehmen tätig sind, sind weiblich; in der öffentlichen Verwaltung liegt der Anteil bei 47 Prozent.
- Das Gehaltsniveau von hochqualifizierten Frauen liegt nur bei 79 Prozent (Experte) beziehungsweise 86 Prozent (Spezialist) des Niveaus ihrer männlichen Kollegen.
Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit.
