Titelstory: Zehn Dachfenster sorgen in Kombination mit den wenigen, aber sehr bewusst gesetzten Fassadenverglasungen für ein lichtdurchflutetes Wohnhaus unter den Bäumen des Parks. Die eingerückte Einbaulage der Fenster unterstreicht die Kompaktheit des Baukörpers und den sehr beeindruckend gelungenen Gleichklang zwischen Dach und Fassade.
Wörtlich verstanden bedeutet Monolith „aus einem Stein bestehend“, sodass sich der Begriff eigentlich kaum für Holzkonstruktionen verwenden lässt. Trotzdem drängt er sich beim Betrachten des komplett aus Holz hergestellten Hauses unwillkürlich auf. Denn Matti Schmalohr, DI Architekt BDA DWB, Bückeburg, schuf mit dem eingeschossigen Wohnhaus in Holzbauweise einen so kompakten, in sich geschlossenen Baukörper, wie man ihn sonst allein vom monolithischen Bauen kennt.
Nur zwei Materialitäten prägen den Gebäudeanblick: einerseits die vertikale Lattung aus Lärchenholz, die bruchlos und ohne markante Traufausbildung von der Fassade ins Dach übergeht, andererseits die klar gesetzten weißen Fenster, die sich zwar in der Geometrie und der Einbaulage unterscheiden, mit ihrer architektonisch homogenen Anmutung jedoch ebenfalls die Parallelität von Dach und Fassade unterstreichen. Sie wirken als präzise Einschnitte, die der „Dach-Fassade“ eine starke Plastizität verleihen. Ausschlaggebend dafür ist u. a. die überall ähnliche Höhenlage der Fenster in Relation zur Gebäudehülle: Die senkrechten Fenster springen wie gewohnt leicht hinter die Fassade zurück, aber auch die Dachfenster ragen – abweichend vom Gewohnten – nicht über die Dachfläche hinaus, sondern liegen sogar etwas tiefer und unterstützen so die dreidimensionale Wirkung.
Allseitig von Holz umschlossen

„Lärchengold und Gletscherweiß“ nennt der Architekt die äußere und innere Materialität des Gebäudes und beschreibt, was ihn dazu bewog: „Das eingeschossige Langhaus im Park ist Alterssitz eines Weinhändlers und seiner Frau, in räumlicher Nähe zu ihren Kindern. Platziert zwischen zwei über 60 Jahre alten Bäumen, geht das Gebäude auf Tuchfühlung mit ihnen und schließt als mit Sibirischer Lärche verkleideter Baukörper das Grundstück städtebaulich ab.“
Es ist ein sehr reduziertes, puristisches Werk, das in seiner Modernität gerade wegen der schon etwas älteren Auftraggeber gleichzeitig Be- und Verwunderung bei Nachbarn und Passanten hervorruft. Für den Bauherrn selbst ist das Ergebnis jedoch über jeden Zweifel erhaben: „Wohnen in diesem Haus ist wie jeden Tag Urlaub!“
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 1.2016.