Titelstory: Was vor Jahren noch undenkbar schien, hat heute die gründerzeitlichen Stadtviertel Wiens erreicht: Aufstocken auf geschichtsträchtiger Bausubstanz ist ein Weg, zusätzlichen Wohnraum in der Metropole zu schaffen.
Ein Architekturbüro hat sich auf genau dieses Segment spezialisiert und bietet die Dachaufstockung von der Machbarkeitsstudie bis zur schlüsselfertigen Übergabe an.
Derzeit wachsen die Großstädte weltweit, da bildet Österreichs Hauptstadt keine Ausnahme – im Gegenteil. Der Großraum Wien beherbergt zurzeit knapp 1,8 Millionen Einwohner, und in den nächsten Dekaden sollen etwa 300.000 Menschen dazukommen. Es gilt einen jährlichen Zuwachs von mehr als 20.000 Personen wohnraumtechnisch zu bewältigen. Schon jetzt ist Wien nach Berlin die zweitgrößte deutschsprachige Stadt. In 20 Jahren dürfte die Zwei-Millionen-Grenze überschritten sein. Allein in den vergangenen zwei Jahrzehnten wuchs Österreichs Hauptstadt um mehr als zehn Prozent.
Wiederholung der Stadtgeschichte

Der Beginn der Gründerzeit wird gemeinhin auf das Jahr 1848 datiert und sie dauerte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Aufgrund der Industrialisierung und einer zunehmenden Arbeitsteilung verlor der im 19. Jahrhundert dominierende primäre Sektor von Land- und Forstwirtschaft jährlich Tausende Arbeitskräfte, die vom ländlichen Raum in die nun prosperierenden Städte abwanderten, um dort im sekundären Sektor ein neues Lebens- und Arbeitsglück zu finden. Das Wien der 1850er Jahre zählte etwa 200.000 Einwohner – im Jahr 1914 lebten dort über 2,2 Millionen Menschen.
Die gewaltigen Ströme an Zuzüglern aus sämtlichen Gebieten der damaligen Monarchie erforderten ebenso gewaltige städtebauliche Anstrengungen, um die Neu-Wiener mit Wohnraum zu versorgen. Infolge dessen ließ man die alten, zweigeschossigen mittelalterlichen Bürgerhäuser und Barockbauten mit ihren raumverschwenderischen Gebilden und dörflichen Strukturen abreißen. Auf diesem alten Grund platzierten private Bauunternehmer mehrgeschossige Bauten, die bis heute als Gründerzeitbauten ein bauhistorisches Wesensmerkmal und Teil der Wiener Identität bilden. Städtebaulich wurden sie in einer geschlossenen Blockrandbebauung in Baublöcken von vier bis sechs Geschossen ausgeführt. Wien erfuhr in dieser Epoche nicht nur durch die Flächensanierungen einen grundlegenden Wandel seiner Infrastruktur.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 12.2015.
Autor: Marc Wilhelm Lennartz