Titelstory: Mit dem „Kugulus“ wurde in der Therme Erding Ende letzten Jahres die vermutlich größte kugelförmige Sauna in Holzbauweise der Welt eröffnet. Zusammen mit der Eingangsröhre erinnert sie in ihrer Gesamtform an ein Iglu. Basis der Konstruktion sind Bogenbinder aus zugeschnittenen Einzelsegmenten von Seekieferplatten. Komplett in der Zimmerei vorgefertigt, wurde die Sauna als Schwertransport an ihren Bestimmungsort gebracht.
" Kugulus“ heißt die neue Textilsauna im Bali-Garden der Therme Erding. So niedlich, wie der Name klingt, ist sie jedoch nicht. Denn das hölzerne Bauwerk ist ein wahrer Koloss: Die 5 m hohe Kugelsauna mit einem horizontalen Durchmesser von 6 m bringt beachtliche 6,3 Tonnen auf die Waage. Sie bietet rund 40 Personen Platz und genügend Raum für zwei Saunaöfen. Zur Sauna gehört schließlich noch eine 3 m lange, an die Kugel angedockte Eingangsröhre, die dem Ganzen das Erscheinungsbild eines Iglus gibt. Hölzerne Skelette aus Bogenbindern bilden das Tragwerk beider Baukörper.
Pantheon Rom als Vorbild
Zu öffnende Kuppeldächer prägen schon lange die Bade- und Saunalandschaft der Therme Erding, die mit einer Fläche von 14,5 ha das größte Thermalbad Europas sein soll. Was dort bis Ende des vergangenen Jahres noch fehlte, war eine komplette Kugel.
Vor diesem Hintergrund reifte die Idee bei Architekt Jörg Wund, der auch Geschäftsführer der Therme in Erding ist, eine kugelförmige Sauna zu bauen. Seit jeher war er außerdem von der Raumwirkung der Kuppel des Pantheons in Rom beeindruckt. Die Kuppel- beziehungsweise Kugelform vermittle Geborgenheit und in einer gewissen Größe auch ein sakrales Gefühl, findet Wund. Endgültig bestärkte ihn dann die Entdeckung kleiner Kugelsaunen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) auf einer Messe. Für ihn stand danach fest: Seine Kugelsauna musste entsprechend groß werden und vor allem aus Holz sein.

Planung mit wenigen Plänen
Seit fast 17 Jahren arbeitet Jörg Wund mit Zimmerermeister Gerhard Beyerl an immer neuen Projekten der Therme Erding. Nur so ist auch die besondere Vorgehensweise der beiden Männer bei Planungsprozessen nachvollziehbar: Als eingespieltes Team erarbeiten sie sich neue Projekte oft nur mit einem Minimum an Plänen, denn die gemeinsam entwickelten Ideen lassen sich mit Stift und Handzeichnungen oft viel schneller vermitteln, finden sie. Ein Detail auf ein Bauteil oder eine Platte skizziert, und der eine weiß, was der andere sich vorstellt. So jedenfalls war es bei der Kugelsauna.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 5.2016.