Viergeschosser Nagold BAUEN MIT HOLZ 6.2016
Das 2014 fertiggestellte, viergeschossige Mehrfamilienhaus „Theurer“ in Nagold mit versetzten Geschossen ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, der im Vorfeld der Landesgartenschau 2012 ausgelobt wurde. Bild: Roland Halbe

News 2016-06-02T00:00:00Z BAUEN MIT HOLZ 6.2016: Versatz mit Effekt

Titelstory: Um L-förmige Loggien zu erhalten, wurden die vier Geschosse des Mehrfamilienhauses „Theurer“ in Nagold stockwerkweise gegeneinander versetzt. Wechselnde Auskragungen und Wände, die über die Geschosse hinweg nicht übereinander stehen, erforderten einige tragwerksplanerische Kunstgriffe.

Die Stadt Nagold im Schwarzwald hatte im Rahmen der Vorbereitungen der Landesgartenschau 2012 einen internationalen Landschaftsarchitektur- und Architekturwettbewerb ausgelobt. Ziel war es, auf den an das Landesgartenschaugelände angrenzenden Baufeldern hochwertige Wohngebäude für stadtnahes Wohnen zu errichten. Der daraus hervorgegangene Siegerentwurf sah auf fünf Baufeldern fünf „turmartige“ Punkthäuser vor.

Für die Bebauung dieser Felder folgte zur Mehrfachbeauftragung schließlich noch ein kombinierter Investoren- und Architektenwettbewerb. Lieb + Lieb Architekten aus Freudenstadt haben ihn zusammen mit Bauherr Ulrich Theurer für ein Baufeld gewonnen.

Gestapelte, gegeneinander verschobene „Schachteln“

Der Entwurf für das Mehrfamilienhaus „Theurer“ sah einen Viergeschosser mit nahezu quadratischen Grundrissen von etwa 15,40 m × 16,50 m vor, die stockwerksweise so gegeneinander verschoben sind, dass sich L-förmige Loggien mit wechselnder Ausrichtung ergeben. So entstehen interessante Ausblicke auf das Gartenschaugelände und zur Burgruine Hohennagold. Ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug erschließt die sechs barrierefreien Wohneinheiten samt Tiefgarage.

Titel BAUEN MIT HOLZ 6.2016

Die Tiefgarage bildet den Sockel für das Haus; ihr Dach dient als Terrassenfläche für die Erdgeschosswohnungen. Die Kante des Sockels markiert den Abschluss zum öffentlichen Grün.

Architekt Gerhard Lieb wählte auf Wunsch des Bauherrn, der selbst der Holzbaubranche angehört, Holz als Baustoff. Dabei sollte einerseits ein umweltfreundliches Gebäude entstehen, andererseits der KfW-70-Standard bei maximaler Nutzfläche erreicht werden. Das legte bereits die Wahl der Holzrahmenbauweise für die Wände nahe, da der Dämmstoff – anders als bei massiven (Holz-)Wänden – in der Wandebene untergebracht werden kann. Für die Decken kamen nur Massivholzelemente in Frage.

Geschossweise versetzte Wände und Auskragungen

Die Verschiebung der Geschosse hatte auch eine Verschiebung der Wände sowie wechselnde Auskragungen zur Folge – eine für den Holzbau nicht ideale Lastensituation, da sie von der einachsig gespannten Lastabtragung, die für einen (faser-)gerichteten Baustoff wie Holz optimal ist, wegführt. Die dadurch erzeugten Querlasten galt es nun geschickt aufzunehmen und abzutragen, was den Planern einige Nüsse zu knacken gab.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 6.2016.  

zuletzt editiert am 04. August 2021
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