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News 2016-08-05T00:00:00Z BAUEN MIT HOLZ 7-8.2016: Brexit und die Folgen

Editorial - Das Ergebnis des Brexit-Referendums schockiert und erschüttert Europa. Die mittel- und langfristigen Effekte des Austritts sind deutlich von den zukünftigen Wirtschafts­beziehungen der zweitgrößten Volkswirtschaft mit der EU abhängig.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die kurzfristigen Effekte des Brexits waren negativ, aber überschaubar: Das englische Pfund stürzte ab, ebenso der Aktienmarkt, die Bewertung der britischen Banken verschlechterte sich, der britische Premierminister trat zurück und die Schotten denken über ein zweites Referendum nach.

Bei den mittel- und langfristigen Effekten sind sich die Ökonomen
einig: Für die Briten wie für die EU werden diese Effekte negativ sein. Uneinigkeit herrscht über die Höhe der negativen Effekte. Nach Anmeldung des Austrittsgesuchs durch die Briten bleiben zwei Jahre Zeit, die zukünftigen Beziehungen zur Europäischen Union zu definieren. In der Zwischenzeit erhöht sich die – immer schädliche – Unsicherheit deutlich. Eine gestiegene Unsicherheit hat negativen Einfluss auf Export und die Investitions­bereitschaft der Unternehmen. Insbesondere die Auto-, Chemie und Pharmaindustrie befürchten Einbußen.

Die Konjunkturprognosen für dieses und nächstes Jahr sind mit je nach Wirtschaftsinstitut unterschiedlich hohen Prozentpunkten heruntergestuft. Der wohl eher geringe Effekt des schwächeren Exports und der gesunkenen Investitionen wird den moderaten Aufschwung der deutschen Wirtschaft bremsen, aber nicht gefährden. Insgesamt wird die deutsche Wirtschaft – dank des robusten Arbeitsmarktes und privaten Konsums und der ebenso robusten Binnennachfrage – wahrscheinlich das Potenzialwachstum erreichen, aber nicht, wie noch zuvor gedacht, übertreffen.

Die obigen Konjunkturüberlegungen lassen andere – vielleicht viel gravierendere Effekte – außer Acht. Die wettbewerbs- und freihandelsorientierten Briten waren ein wichtiger Partner Deutschlands im EU-Ministerrat. Mit dem Ausscheiden verschieben sich die Mehrheiten zugunsten der protektionistischen und umverteilungsfreundlicheren Länder. Dies kann die politische und wirtschaftspolitische Ausrichtung komplett verändern.

Laura Westerhoff

Titel BAUEN MIT HOLZ 7-8.2016

zuletzt editiert am 04. August 2021
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