Beim Bauen in Erdbebengebieten bieten Holzbauten gegenüber mineralischen Gebäuden einige Vorteile: Es sind die besonderen Eigenschaften des Materials und der Verbindungen, die sich bei Erdstößen positiv auf die Gebäudestruktur auswirken. Bei einer Volksschule im italienischen Loiano war die Holzbauweise daher das Mittel der Wahl.
Das Erbeben von 2012 in der italienischen Region Emilia-Romagna hat in der Öffentlichkeit die Diskussion über Bauweisen und Baustoffe wieder angeregt. Das Beben von L’Aquila aus dem Jahr 2009 war noch in Erinnerung und die Bevölkerung wegen der Häufigkeit der nun auftretenden Erdstöße sehr verunsichert. In den betroffenen Gemeinden um Modena, Ferrara und Reggio Emilia stürzten vorwiegend Gebäude aus Mauerwerk, aus Ziegel oder Stein, in sich zusammen. Aber auch Tragwerke jüngeren Alters, wie Lagerhallen aus Stahlbetonfertigteilen, erlitten Totalschäden. Bei neueren Holzbauten von bis zu drei Geschossen, wenn auch damals noch spärlich vorhanden, war nicht einmal von Rissen die Rede.
Etwas südlich des damals betroffenen Gebiets, in einer kleinen Gemeinde im hügeligen Umland von Bologna, entschied man sich, auch aus Gründen der Erdbebensicherheit, Holz als Baumaterial für die Errichtung der neuen Volksschule von Loiano zu verwenden. Nicht ausschließlich, denn das Schulgebäude ist in den Hang gebaut und das Untergeschoss ragt nur zur Hälfte aus der Erde. Der zur Ausführung gebrachte Entwurf ging als Sieger aus einem Wettbewerb hervor.

Neben den dominierenden Ein- und Zweifamilienhäusern entstanden damals auch zahlreiche Geschosswohnungsbauten, erste Hochhaussiedlungen sowie etliche Gewerbebauten. Allein die Wohnfläche von 567 Millionen m² mit einem Anteil am heutigen Gesamtgebäudebestand von immer noch 16 Prozent dokumentiert, mit welchen Bauvolumina man es bei den Altbeständen dieser Dekade zu tun hat. Die aktuelle Wohnfläche in Deutschland beträgt circa 3,7 Milliarden m². Aus dieser stärksten Bauphase der deutschen Geschichte, die der Zeit der Babyboomer-Generation entspricht, stammt auch das Objekt in Ahrweiler.
Autor: Thomas Schrentewein
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 9.2017.