Drei Männer auf einer Baustelle
Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes erreichten die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Quartal einen Umsatz von ca. 20 Mrd. Euro. (Quelle: bmH bauen mit Holz)

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31. May 2022 | Teilen auf:

Bauhauptgewerbe: Branche trotzt schwieriger Baustoffversorgung

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2022 gegenüber Februar 2022 kalender- und saisonbereinigt um 10,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2021 stieg der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang um 16,8 Prozent. Nominal (nicht preisbereinigt) lag der Auftragseingang aufgrund der deutlich gestiegenen Baupreise mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Euro 32,7 Prozent über dem Vorjahresniveau.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum real um 3,3 Prozent und nominal um 17,8 Prozent. Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent gestiegen. Der nominale Umsatz erhöhte sich aufgrund der stark gestiegenen Baupreise deutlich stärker, und zwar um 15,2 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 5,6 Prozent und nominal um 19,7 Prozent. Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen stieg im März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,1 Prozent.

„Die Bauunternehmen haben im März einen Umsatz von ca. 8,6 Milliarden Euro erzielt. Das ist eine nominale Steigerung um etwa 15 Prozent, real also preisbereinigt bedeutet dies eine Steigerung um nur gut ein Prozent. Hier schlagen die gestörten Lieferketten infolge des Ukraine-Krieges ebenso zu Buche wie die immens steigenden Materialpreise – insbesondere bei Stahl und Erdölprodukten. So lag der Erzeugerpreisindex Im März für Dieselkraftstoff um etwa 67 Prozent, bei Betonstahl um ca. 60 Prozent und Dämmmaterial um etwa 40 Prozent über das Vorjahresniveau. Aber auch mineralische Baustoffe kommen mittlerweile in die Sogwirkung der Preisentwicklung. Steigende Energiepreise verteuern hier die Herstellung von Zement und Beton. Die Bauunternehmen haben Mühe, Material zu ordern und die Preisentwicklung in den Kalkulationen nachzuhalten“, beschreibt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, die Branchenlage anlässlich der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen.

„Erfreulich ist, dass die Nachfrage nach Bauleistungen zumindest im ersten Quartal trotzdem intakt geblieben ist. Die Order haben im März nominal um etwa 33 Prozent und real um etwa 17 Prozent zugelegt. Dabei sehen wir in allen Bausparten Zuwächse, teilweise sind diese durch Großprojekte gepuscht. Insgesamt liegen die Order im ersten Quartal nominal um 18 und real um etwa 4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dies gibt uns Zuversicht, auch in den nächsten Monaten die Bauproduktion auf hohem Niveau halten zu können. Allerdings brauchen wir dazu mehr Versorgungssicherheit bei den Baustoffen und eine nachlassende Entwicklung bei den Einkaufspreisen."

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes erreichten die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Quartal einen Umsatz von etwa 20 Milliarden. Euro, das entspricht einem nominalen Plus von etwa 20 Prozent und real von etwa 6 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in den genannten Betrieben lag bei 522.000 und damit um gut 2 Prozent über Vorjahresniveau. „Die Branche setzt ihren Fachkräfteaufbau weiter fort“, unterstreicht Pakleppa abschließend.

zuletzt editiert am 31.05.2022