BMH-Preistendenzen ❙ Die inländische Nachfrage und das zurückhaltende Stammholzangebot lösen einen anhaltenden Anstieg der Bauholzpreise aus, der durch globale Entwicklungen noch zusätzlich stimuliert werden könnte.
Der Nadelschnittholzmarkt wirkt aus deutscher Sicht relativ übersichtlich, birgt jedoch versteckte Risiken, die keinen Zweifel daran lassen, dass der Bauholzpreis bis zum Beginn winterlicher Einbrüche eine steigende Tendenz aufweisen wird. Haupttriebfeder dafür sind die anziehenden Nadelstammholzpreise, die selbst von den Forstbetrieben mit gemischten Gefühlen betrachtet werden, weil sich dadurch die Preis-Kosten-Schere bei den Sägewerken weiter öffnen würde. Gebietsweise spricht man bereits von Überhitzungserscheinungen. Gestützt wird diese Entwicklung nicht nur vom inländischen Verbrauch, der statistisch kaum nennenswert zugenommen hat, sondern vor allem vom Anstieg der Importpreise um gut 10 Prozent innerhalb eines halben Jahres. Sonst ist dieser unverkennbar deutliche Trend zu höheren Fichtenstammholzpreisen nur dadurch zu erklären, dass nicht genügend Stammholz aus den heimischen Wäldern, vornehmlich aus dem Privatwald, auf den Markt kommt, so dass Vertreter von Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen sich veranlasst sehen, ihre Mitgliedsbetriebe zu einem frühen Einschlagsbeginn aufzufordern.
International tut sich einiges, was sich – zumindest psychologisch – preissteigernd auswirken könnte, wenn es flächendeckend wahrgenommen würde, zum Beispiel die spektakulären Importzuwächse der fernöstlichen Länder China, Indien, Japan und Südkorea und auch – man höre und staune – der USA um das Drei- bis Vierfache der vorjährigen Mengen, allerdings von einem sehr geringen Ausgangslevel aus. Doch der unübersehbare Trend, der schon einige Monate anhält, spricht für sich und muss schon deshalb in alle Prognosen eingeschlossen werden, weil sich damit Entwicklungen auftun könnten, wie sie die Holzwelt noch nicht erlebt hat. Der Nadelschnittholzbedarf im Inland wird sich selbst unter einem hochkonjunkturellen Himmel weder nach oben noch nach unten größenordnungsmäßig ändern, aber wenn sich die deutsche Sägeindustrie entschließen sollte, sich wieder oder noch mehr als zu seligen US-Export-Zeiten für die globalen Nadelschnittholzbedürfnisse zu interessieren, werden sich selbst im reichen Deutschland nur noch die Reichsten der Reichen Holz als Baustoff leisten können.
Günther Zimmermann
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe BAUEN MIT HOLZ 09.2013.