Bayern Wald: Herausforderungen für die Zukunft Klimawandel
Bayern Wald: Herausforderungen für die Zukunft Klimawandel

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05. July 2021 | Teilen auf:

Bayern: Klimawandel und Schädlinge bedrohen den Wald

Eine aktuelle Umfrage von proHolz Bayern unter 55 Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen (FZus) im Freistaat macht deutlich, dass Klimawandel, Schädlinge und die damit verbundenen ökologischen und wirtschaftlichen Konsequenzen die drängendsten Herausforderungen für Bayerns Wälder sind und bleiben

So gaben 57 Prozent der Befragten an, in den zurückliegenden Jahren stark oder sehr stark von Schädlingsbefall durch den Borkenkäfer, den Eichenprozessionsspinner oder die Nonne betroffen gewesen zu sein. Der Klimawandel und die damit verbundenen Trockenheitsperioden, die in engem Zusammenhang mit der Schädlingsentwicklung stehen und speziell die Ausbreitung des Borkenkäfers massiv begünstigen, stellten im gleichen Zeitraum gar für rund 62 Prozent der Waldbesitzer:innen eine große oder sehr große Herausforderung dar. Schäden im Wald, die unmittelbar durch den Menschen verursacht werden, machen demgegenüber nur einen geringen Anteil aus: 77 Prozent der Befragten gaben an, hiervon selten oder gar nicht betroffen zu sein. Eine wesentliche Rolle spielen in diesem Zusammenhang nur Schäden, die durch sportliche Aktivitäten, insbesondere durch Mountainbiking abseits gekennzeichneter Pfade, verursacht werden – eine Folge des hohen Erholungsdrucks, der insbesondere in der Nähe größerer Städte auf Bayerns Wäldern lastet.

Ökologische Herausforderungen werden weiter zunehmen

Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist sich einig, dass die Herausforderungen durch Schädlingsbefall, Trockenheit und klimatische Veränderungen in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden. Die massenhafte Ausbreitung des Borkenkäfers schätzen fast 95 Prozent als brisant für die künftige Waldbewirtschaftung ein. Ein ähnlicher hoher Anteil, (rund 93 Prozent) sieht Konsequenzen durch die weitere Verschärfung des Klimawandels als drängendes Problem an. Diese Themen manifestieren sich nicht selten in Form wirtschaftlicher Herausforderungen für die Waldbesitzer:innen; Ein Überangebot an Schadholz, deutlich steigender Arbeitsaufwand und Absatzprobleme bei Brenn- und Papierholz sind die Folgen. „Die Ergebnisse der Befragung decken sich mit unserer Einschätzung, dass ökologische Entwicklungen die größte Herausforderung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Bayern darstellen“, erklärt Dr. Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern und Mitbegründer von proHolz Bayern. „Es handelt sich um eine Situation von hoher Dynamik, die in den kommenden Jahren noch an Dringlichkeit gewinnen wird. Umso wichtiger ist es, dass wir uns gemeinsam entschlossen für die Bekämpfung von Schädlingen einsetzen und den dringend benötigten Waldumbau entschieden weiter vorantreiben.“

Bayern Wald: Schädlingsbefall Zukunft

Große Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit

Nach Ansicht der Mehrheit der Befragten gibt es weiterhin Nachholbedarf, was die öffentliche Wahrnehmung der Forst- und Holzbranche betrifft: Mit über 96 Prozent sehen fast alle die breite Öffentlichkeit noch nicht ausreichend für die Herausforderungen und spezifischen Belage der Branche sensibilisiert. Rund 65 Prozent wünschen sich zudem mehr Rückhalt und Unterstützung durch die lokale Bevölkerung. Zur Erreichung dieses Ziels kommt der konsequenten Öffentlichkeitsarbeit eine große Bedeutung zu – und damit proHolz Bayern, dem Imagebündnis der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft. 71 Prozent sehen in den bereitgestellten Erklärfilmen wie dem jüngst veröffentlichten Beitrag zum Thema Holzbau ein adäquates Mittel, um stärker auf die Aufgaben und Leistungen der Branche aufmerksam zu machen. Ein Anteil von über 74 Prozent der an der Umfrage beteiligten FZus erachtet zudem Kampagnen über soziale Netzwerke als ein wichtiges Werkzeug, um den Dialog mit der Öffentlichkeit zu fördern.

Bayern Wald: Öffentliche Wahrnehmung