Ein modernes Holzhaus in einer grünen Landschaft mit Bäumen und klarem Himmel.
Ökologie, sozialer und wirtschaftlicher Nutzen bilden auf dem Holzbau Schmäh Campus eine Einheit. Dafür wurde das Objekt nun mit dem Preis "Beispielhaftes Bauen" ausgezeichnet. (Quelle: Martin Meier)

Nachhaltigkeit 2025-03-10T12:39:12.760Z „Beispielhaftes Bauen“ für den Holzbau Schmäh Campus

Der Neubau von Holzbau Schmäh wurde unter 74 Bewerbungen mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen“ des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Um das öffentliche Bewusstsein für die Baukultur im Alltag zu schärfen, hat die Architektenkammer Baden-Württemberg im Bodenseekreis unter der Schirmherrschaft des Landrats Luca Wilhelm Prayon das Auszeichnungsverfahren „Beispielhaftes Bauen“ ausgelobt.

74 Bewerbungen beispielhafter Bauten wurden eingereicht und 26 Auszeichnungen vergeben. Holzbau Schmäh erhielt den Preis „Beispielhaftes Bauen“ für seinen Neubau. Auf über 3.000 qm entstand in nachhaltiger Holzbauweise eine moderne Fertigungshalle und ein sechsgeschossiges Büro- und Wohngebäude mit zehn Mitarbeiterwohnungen.

„Das Gebäude soll unserer Firma auch für die nächsten 150 Jahre eine Heimat geben“, betont Sebastian Schmäh, der den 1872 gegründeten Betrieb in sechster Generation führt. Er hat rund 6,5 Millionen Euro in das Projekt investiert, das bis zu 70 Mitarbeitenden Arbeits- und Wohnraum bietet.

In knapp anderthalb Jahren entstand auf rund 3000 Quadratmetern in nachhaltiger Holzbauweise eine moderne Fertigungshalle und ein sechsgeschossiges Büro- und Wohngebäude mit zehn Mitarbeiter-Appartements, die das Land Baden-Württemberg fördert. Das topografisch herausfordernde Baugrundstück in Hanglage am Rande des Meersburger Gewerbegebiets hatte die Stadt an Holzbau Schmäh verkauft, um den Betrieb auf ihrer Gemarkung zu halten. Der bisherige Standort in der Stadtmitte war für den kontinuierlich wachsenden Betrieb zu klein geworden.

Im September 2024 zog Holzbau Schmäh komplett an seinen neuen Firmensitz, in dem sich auch schon die Mieter eingerichtet haben: das Architekturbüro Klingelhöfer Krötsch, das Architekturbüro Corinna Wagner, L8 Innenarchitektur, das Büro für Werbung und Gestaltung, Karin Burth sowie das Ingenieurbüro Hölzl.

Die innovativen Holzgebäude, bei deren Planung die Bauherrschaft mit dem Münchner Büro Klingelhöfer Krötsch Architekten zusammenarbeitete, fertigte Holzbau Schmäh zu 76 Prozent selbst und direkt am Standort. Die Baumasse folgt dem Höhenverlauf des Hangs, sodass der Eingriff in das Gelände so minimal wie möglich ausfällt. Die Gebäude wurden hochwärmegedämmt nach dem höchsten Energiestandard KFW 40 Plus und weitgehend mit ökologischen Baustoffen errichtet. So verwertete man zum Beispiel den Lehm aus der Baugrube als Schallschutz und für die Beschwerung der Deckenelemente. Die eingesetzten Materialien können sowohl mehrfach verwendet als auch für zukünftige Gebäude wiederbenutzt werden.

Eine Hackschnitzelheizung – betrieben mit den Produktionsabfällen der Zimmerei – versorgt die Gebäude CO2-neutral mit Wärme. Die Dachflächen sind mit Blühpflanzen begrünt und mit Photovoltaikanlagen versehen. Die damit gewonnene Energie speist etwa Ladestationen für E-Bikes und drei Doppel-Ladesäulen für E-Autos.

Nachhaltigkeit spielte auch bei der Gestaltung des Umfelds eine wichtige Rolle, so bietet etwa die Anpflanzung einheimischer Gewächse Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Der Neubau ist ferner mit einer Grander-Wasser-Station ausgestattet, die der Vitalisierung und Verbesserung des Trink- und Brauchwassers dient und allen Mitarbeitenden zugutekommen soll.

Sebastian Schmäh fasst zusammen: „Mit der Entscheidung, in Meersburg zu bleiben und hier neu zu bauen, investieren wir bewusst in folgende Generationen und in unsere Tradition. Unser Firmengebäude zeigt, was im Holzbau möglich ist und wofür wir stehen: handwerkliche Qualität, vorausschauende Planung, moderne Holzbauarchitektur und wertvolle Teamarbeit.“

Der Neubau im Überblick

Der neue Firmensitz ist eines von sechs geförderten Holzbauprojekten in Baden-Württemberg. Er zeigt als Modellvorhaben im Rahmen der Holzbauoffensive Baden-Württemberg zukunftsfähige Konstruktionen und Bauprozesse auf und wird von der HTWG Konstanz wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

zuletzt editiert am 11. März 2025
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