Der neue Aussichtsturm im Naturpark Schönbuch ist ein aufs Wesentliche reduziertes Tragwerk. Acht sich aufspreizende Brettschichtholz-Stützen, unterbrochen durch drei Aussichtsplattformen, sind durch Stahlseile zum Fundament hinuntergespannt und bilden ein in sich geschlossenes System.
Das Grundkonzept des Tragwerks des Schönbuchturms in der Nähe von Herrenberg lehnt sich an das des Turms auf dem Killesberg in Stuttgart an. Der gefiel dem Bauherrn so gut, dass er einen Turm mit ähnlicher Optik wünschte. Auf dieser Basis entwickelten die Ingenieure von Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart dann im iterativen Verfahren den Entwurf respektive das Tragwerk für den Turm.
Am Beispiel des Killesbergturms lässt sich das Prinzip des Tragsystems des Schönbuchturms gut erläutern: Er besteht aus einer Stahlstütze, an der Plattformen aufgehängt sind. Damit diese Stütze nicht umfällt, ist sie nach außen mit Seilen abgespannt, ebenso wie die Plattformen. Das heißt also, die Plattformen sind zwischen diesem mittleren Mast und den Stahlseilen angeordnet.

Beim Schönbuchturm ist die Mittelstütze des Vorbilds in acht Stützen aufgefächert, die oben über einen Zugring kurzgeschlossen sind – ansonsten handelt es sich um das gleiche System. Bei beiden dienen die Stahlseile hauptsächlich der Stabilisierung des Turms, nehmen aber auch Horizontalkräfte wie Wind auf.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in bmH bauen mit Holz 3.2019.
Autorin: Susanne Jacob-Freitag