Flotte Käfer
Die Bockwindmühle in Kommern wurde komplett eingehaust, um dann mit Heißluft gegen schädigende Insekten behandelt zu werden. Bild: DER ZIMMERMANN

News 2015-11-19T00:00:00Z DER ZIMMERMANN 11.2015: Heiße Jagd auf flotte Käfer

Heißluft ist ein bewährtes Mittel, um tierische Schädlinge in Holzkonstruktionen zu bekämpfen. Bei einer bestimmten Temperatur werden alle Schädlinge zuverlässig vernichtet. Der Artikel stellt vor, wie ein Fachunternehmen eine Bekämpfung mit Heißluft durchgeführt hat.

Als Museumsdorf stellt das Freilichtmuseum in Kommern/Eifel knapp 70 Gebäude aus, die ursprünglich aus dem Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz stammen. Unter den Hauptattraktionen befinden sich zwei Mühlen. Die Bockwindmühle stammt aus dem Jahr 1782 und kam vor über 50 Jahren als eines der ersten Gebäude aus Spiel, Kreis Düren, in das damals neu gegründete Freilichtmuseum Kommern. Die 1780 gebaute Kappenwindmühle stammt ursprünglich aus Cantrup am Niederrhein. An beiden Mühlen stellte man einen Schädlingsbefall fest. Bereits seit 2007 erfolgt ein Monitoring an potenziell gefährdeten Holzgebäuden des Museums. Mithilfe von Papierstreifen, die man auf das Holz klebt, kann man erkennen, ob die Schädlinge noch aktiv sind und wo sie sich ausgebreitet haben. Ist das Papier durchgelöchert, kann man davon ausgehen, dass sich lebende, holzzerstörende Insekten im Holz befinden.

Bunter Nagekäfer nistete sich ein

Im letzten Jahr wurde es dringend notwendig etwas zu unternehmen, da der Insektenbefall an den beiden Mühlen sonst zu einer Zerstörung der Bausubstanz geführt hätte. Als Übeltäter konnten vor allem der Bunte Nagekäfer (Xestobium Rufovillosum) und zu einem geringen Teil der Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus) ausgemacht werden. Dabei sind es die Larven der Käfer, die sich von dem Holz ernähren und es dadurch zerstören.

DER ZIMMERMANN 11.2015

Der Bunte Nagekäfer wird vor allem durch vorgeschädigtes Eichenholz angelockt und weist damit auf einen vorangegangenen Pilz- oder Hausschwammbefall hin. Dabei unterscheidet die Larve nicht zwischen Splint- und Kernholz – Hauptsache das Holz ist schön faulig. Allerdings mag sie nur das nährstoffreiche Frühholz und lässt die Spätholzzonen stehen. Die älteren Larven verschmähen auch angrenzendes gesundes Holz nicht, wenn das pilzbefallene Holz zu knapp wird. Dieses muss allerdings eine Holzfeuchte von über 16 % aufweisen. Die Larve verbleibt bis zu drei Jahre im Holz, bevor sie sich dann verpuppt. Der Befall macht sich zunächst durch ausgeschiedene Kotteilchen und nach dem Schlupf der Käfer auch durch Ausflugsöcher bemerkbar.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DER ZIMMERMANN 11.2015.  

Autor: Angela Trinkert

zuletzt editiert am 04. August 2021
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