Messtechnik - Häufig ist Holzfäule im Inneren von alten Holzkonstruktionen auch mit dem geübten Blick eines Fachmanns nicht zu erkennen. Dann kann sich das Prüfverfahren der Bohrwiderstandsmessungen eignen, um den Zustand von hölzernen Bestandsbauten zu bestimmen und verdeckt liegende Schäden zu ermitteln.

Holzfäulen liegen meist verdeckt im Inneren von Konstruktionshölzern. Über eine visuelle Prüfung und mittels eines scharfen Gegenstands lassen sich Fäulen meist nur an der Oberfläche nachweisen. Schwieriger bis unmöglich wird die visuelle Prüfung von Hölzern und Holzverbindungen, die an schwer zugänglichen Stellen liegen, wie Deckenbalkenköpfe, die im Mauerwerk eingebaut sind, oder Holzverbindungen mit Zapfensystem. Da zu der Bestimmung auch meist eine Dokumentation notwendig wird, eignet sich das Prüfverfahren Bohrwiderstandsmessungen hervorragend, um den Holzzustand von Konstruktionsholz zu bestimmen. Seit mehr als 25 Jahren werden Bohrwiderstandsmessungen in Wissenschaft und Praxis eingesetzt, um den Holzzustand von Holzkonstruktionen möglichst zerstörungsarm zu untersuchen und zu dokumentieren.

Widerstände geben Aussagen
Bei der Bohrwiderstandsmessung wird eine am Bohrnadelkopf drei Millimeter dünne Bohrnadel unter Rotation in den Holzkörper gedrückt und der Torsions- und Vorschubwiderstand (beim Bohrwiderstandsmessgerät IML-RESI PD), den das Holz der Bohrnadelspitze entgegen bringt, elektronisch gemessen. Diese Widerstände werden in einem Bohrprofil als Amplitudenausschläge (rel. Holzwiderstand) über der Bohrtiefe in cm dargestellt. Im intakten Holz ist der Torsions- und Vorschubwiderstand (Amplitude) hoch, im abgebauten Holz fallen die Widerstände ab. Neben der Aussage über den Holzzustand ist es auch möglich, aus dem mittleren Bohrwiderstand auf die Holzdichte zu schließen und bei Nadelholz- und Eichenholzkonstruktionen sogar individuelle Jahresringe zu unterscheiden.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DER ZIMMERMANN 11.2016.
Autor : Dr. Tobias Biechele