Die Messe DACH+HOLZ International zeigte, dass sich das Bewusstsein für einen besseren Arbeitsschutz auf der Baustelle im Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk in der Branche langsam durchsetzt.
Selbst bei Ausstellern, deren Produkte mit Absturzsicherung überhaupt nichts zu tun haben, lächelten einem von großgezogenen Fotos Zimmerer oder Dachdeckerinnen entgegen, die, offensichtlich gegen Absturz gesichert, Produkte wie Wärmedämmung, Holzbauteile oder Abdichtungsmaterialien verarbeiten.
Diese Bilder dürfen natürlich nicht nur als Werbung in Hochglanzbroschüren oder auf Messeständen eingesetzt werden, sondern sie müssen Baustellenrealität werden.
Dass ein Umdenken in Gange ist, bestätigte auch die hohe Teilnahme an den Messerundgängen zum Thema Absturzsicherung, die die Fachzeitschriften DER ZIMMERMANN und DDH Das Dachdecker-Handwerk erstmals anboten (siehe Seite 38), und der gut besuchte Parcours auf dem Gemeinschaftsstand der Verbände Holzbau Deutschland, Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks und der BG Bau. Auf einem zweistöckigen Gebäude mit Dachstuhl konnten Absturzsicherungen während des Kletterns selbst ausprobiert werden. Falls Sie selbst die Messe nicht besuchen konnten, finden Sie ab Seite 26 einen Nachbericht und einige Produkte, die auf der DACH+HOLZ International in Köln vorgestellt wurden.
Die aktuelle Ausgabe von DER ZIMMERMANN widmet sich mit zwei Artikel der Arbeitssicherheit. Auf Seite 8 fasst ein Beitrag zusammen, wie ein Holzbauunternehmer mit Unterstützung der BG Bau eine Gefährdungsbeurteilung für seinen Betrieb umsetzte und wie er den Arbeitsschutz bei sich in der Firma durchsetzte. Wie ein Gerüst gefährdungsreduziert aufgebaut werden kann, zeigt der Beitrag auf Seite 31.
Hinzu kommt in dieser Ausgabe ein weiteres wichtiges Thema, das Menschenleben schützt – der Brandschutz. Ab Seite 12 wird das neue WTA-Merkblatt „Brandschutz von Fachwerkgebäuden und Holzbauteilen“ vorgestellt. Es soll eine Hilfestellung dazu sein, den Brandschutz auch in der Bauwerkserhaltung und dem Denkmalschutz fachgerecht umsetzen zu können. Ein weiterer Artikel, ab Seite 16, beschäftigt sich mit dem Einbau von Brandschutzklappen. Mittlerweile werden CE-zertifizierte Produkte angeboten, so dass eine Zustimmung im Einzelfall nicht mehr erforderlich ist.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Ihre
Angela Trinkert
