Liebe Leserinnen, liebe Leser, laut einer Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover liegt eine große Chance für mehr Wohnungen auf den Dächern. Mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen können durch Aufstockungen entstehen.
Im Fokus der Studie stehen die Wohnraumreserven von Mehrfamilienhäusern, die zwischen 1950 und 1990 gebaut
wurden. Allein durch die Dachaufstockung von rund 580.000 dieser Nachkriegsbauten lassen sich 1,12 Millionen Wohnungen in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt zusätzlich errichten, so die Studie. Darüber hinaus könnten weitere 420.000 Wohnungen auf Gebäuden entstehen, die vor 1950 gebaut wurden. Welche Bauweise bietet sich dafür mehr an als der Holzbau? Der Holzbau ist leicht und lässt sich gut vorfertigen und ist damit prädestiniert für Aufstockungen. Nur leider machen es noch viele Landesbauordnungen dem Holzbau schwer. Aber auch das soll sich ändern. So stellte beispielsweise Horst Becker, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein- Westfalen, auf der Frühjahrstagung der Verbände DHV, ZMH und 81fünf (Seite 6) in Aussicht, dass eine überarbeitete Landesbauordnung NRW, die die Umsetzung des mehrstöckigen Holzbaus erleichtern soll, noch im Jahre 2016 eingeführt werden soll. Auch Martin Langen von B+L Marktdaten aus Bonn, der auf dem 15. Holzbauforum in Berlin referierte (Seite 5), sieht mehr als ein Viertel des Gebäudebestands in mittleren Städten als Aufstockungspotenzial und betonte die Möglichkeit
eines Holzbaubetriebs, sich auf dieses Marktsegment zu spezialisieren.
Er sieht in diesem Bereich mittel- bis langfristige Marktchancen, für die es sich lohnt, neue Wege zu gehen.
Das erfordert eine gute Marketingstrategie, technisches und betriebswirtschaftliches Wissen und eine entsprechende Betriebsausstattung. Ein wenig davon bietet Ihnen die aktuelle Ausgabe. So eignet sich Holz-Beton-Verbund hervorragend für das Bauen im Bestand, auch weil er für den Brand- und den Schallschutz günstige Eigenschaften aufweist. Mehr zu dieser Hybridbauweise lesen Sie auf Seite 8 und als Fortsetzung in der Juniausgabe. Akkugeräte können für Baustellen auf Bestandsbauten von Vorteil sein, da man sich Kabeltrommeln mit langen Leitungen, die kreuz und quer geführt werden müssen, sparen kann. Worauf der Zimmerer beim Kauf von Akkugeräten achten sollte, ist ab Seite 12 beschrieben. Gerade bei Aufstockungen, bei denen meist das bestehende Gebäude bewohnt ist, ist eine gute Arbeitsvorbereitung wichtig, damit auf der Baustelle alles reibungslos klappt. Kann ein kleinerer Betrieb diese nicht selbst leisten, kann er externe Büros in Anspruch nehmen, wie der Bericht auf Seite 30 zeigt.
Also, seien Sie kreativ und nutzen Sie diese Chance für Ihren Betrieb!
Ihre Angela Trinkert
