Bei Innendämmung handelt es sich um eine anspruchsvolle Dämmmaßnahme. Sie erfordert eine sorgfältigen Bestandsaufnahme, bauphysikalischen Überprüfung und akurate Ausführung, damit die Dauerhaftigkeit gewährleistet ist.

Wände werden am effektivsten von außen gedämmt. Das ist aber nicht möglich, wenn die Fassade erhalten bleiben muss oder ein Sichtfachwerk erhalten bleiben soll. Im Sanierungsfall kommt dann eine Innendämmung zum Zug.
Es sind verschiedenste Systeme für Innendämmungen auf dem Markt. So werden beispielsweise kapillaraktive Systeme mit Mineralschaum oder Holzfaserplatten angeboten. Diese werden raumseitig verputzt und mit der bestehenden Wand mineralisch verklebt und verdübelt. Die Feuchteregulierung erfolgt bei diesen Systemen durch einen kapillaren Feuchtetransport nach innen. Leider sind dadurch die maximal erzielbaren Dämmstärken auf 100 mm beschränkt. Hinzu kommt, dass die meisten dort eingesetzten Dämmstoffe aufgrund der notwendigen erhöhten Festigkeit als Putzträger keine optimale Dämmwirkung erzielen.
Als effektivere Lösung bezüglich Dämmwirkung und Aufbau haben sich Konstruktionen mit Holz- oder Metallständern und dazwischen eingebauten faserförmigen Dämmstoffen erwiesen, weshalb sich dieser Artikel hauptsächlich auf diese Konstruktionen konzentriert.
Die alte Wand kann einfrieren
Je stärker die bestehende Wand von innen gedämmt wird, desto stärker kühlt sie im Winter in den äußeren Schichten ab, da die innen liegende Dämmung einen Wärmetransport in die äußeren Wandschichten hemmt. Das kann sogar dazu führen, dass die Wand je nach eigenem Dämmwert im Winter komplett einfriert. Deswegen sollten alle ihre Bestandteile frostbeständig sein. Zum Beispiel können Gipsputze auf der Innenseite einer Außenwand, die hinter der Innendämmung verblieben sind, nach Frostwechseln feucht werden und faulen. Eingeschlossenes kapillares Wasser kann, wenn es friert, in verbliebenen Gipsputzen eine Volumen- und Formänderung hervorrufen und zu Zermürbung, Abplatzungen oder Rissen führen. Ebenso kann es zwischen Mauerwerk und Außenputz Abplatzungen verursachen.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DER ZIMMERMANN 6.2016.
Autor : Michael Wehrli