Mit standardisierten Planungs- und Bauabläufen und einer Vorfertigung von großen Bauelementen bietet der moderne Holzbau für die Gebäudemodernisierung interessante Praxislösungen, etwa für den Wohnbau, aber auch für öffentliche Gebäude wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsbauten.

Dank der weit verbreiteten CNC-Produktionstechnologie ist der Holzbauer in der Lage, selbst komplexe, an den Bestand angepasste Holzbauteile seriell herzustellen. Frank Lattke
Sowohl für die energetische Modernisierung als auch für die Bestandserweiterung bietet der moderne Holzbau mit vorgefertigten Bauteilen als Tafel- oder Raumzellenbauweise interessante Alternativen. Um die Ausführungsqualität und Wirtschaftlichkeit zu steigern, ist der hohe Vorfertigungsgrad beim Herstellen möglichst großer Tafelbauelemente ein signifikanter Vorteil gegenüber baustellenproduzierenden Verfahren. Die vorgefertigten Elemente können in unterschiedlicher Weise an die Gebäudegeometrie angepasst werden. Die Produktion möglichst großer vorgefertigter Elemente ist dabei eine Prämisse der Wirtschaftlichkeit und erfordert einen erhöhten Planungsaufwand. Die Planung geht von einer gründlichen Gebäudeanalyse aus, definiert darauf aufbauend exakt die Bauelemente, legt deren Transportlogistik fest und berücksichtigt die Montageverhältnisse am Bestandsgebäude.

Holzbausystem für das Bauen im Bestand entwickelt
Unter dem Titel TES EnergyFaçade wurde von 2007 bis 2013 unter der Leitung der Holzbaulehrstühle der Technischen Universität München ein Forschungsprojekt mit dem Ziel durchgeführt, die vorhandenen Potenziale des modernen Holzbaus auf das Bauen im Bestand zu übertragen. Es wurde ein Holzbausystem (Timber Element System) entwickelt, das auf einem standardisierten Bauprozess basiert und mit vorgefertigten Holzbauelementen mit integrierter Wärmedämmung, Fenstern und fertiger Oberflächenbekleidung Lösungen für die Gebäudemodernisierung und -erweiterung bietet. Etliche gebaute Projekte haben die Praxistauglichkeit des Ansatzes mittlerweile bewiesen.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DER ZIMMERMANN 8.2017 .
Autor : Frank Lattke