Die Ausgabe 1.2026 von Der Zimmermann ist am 7. Januar 2026 erschienen.
Aus dem Inhalt der Ausgabe 1.2026:
Software für den Betrieb
Software | Am Anfang jeder Software-Auswahl steht die ehrliche Analyse der eigenen Bedürfnisse und Abläufe. Welche Aufgaben sollen digital unterstützt werden? Wichtig ist, branchenspezifische Anforderungen zu berücksichtigen. Ein Zimmereibetrieb profitiert von Funktionen, die im Holzbau üblich sind – etwa Aufmaßberechnung, Bautagebuch oder GAEB-Schnittstellen. Die Software sollte also zum Gewerk passen und auf die Betriebsgröße zugeschnitten sein. Eine Lösung, die für einen Fünf-Mann-Betrieb entwickelt wurde, stößt bei 30 Mitarbeitern evtl. an Grenzen; umgekehrt ist ein Industrie-ERP für einen kleinen Handwerksbetrieb oft überdimensioniert.
Ein Beitrag von Jonas Mischke und Marcel Lisser
Aufgeschoben ist „gut“ aufgehoben
Fachtraining | Dieses Fachtraining bearbeitet eine Aufgabe, in der es als Schwerpunkt um das Thema Aufschieblinge geht. Früher wurden Aufschieblinge meist bei steilen Dachkonstruktionen, zum Beispiel Kirchendächern, an den Traufen eingesetzt, um das Regenwasser vor der Dachrinne abzubremsen. Außerdem spielen auch häufig Kriterien der Lastabtragung eine Rolle, wenn die Dachkonstruktion so steil wird, dass ein Ausbilden des Dachüberstands und des Auflagers an der Traufe geometrisch nicht mehr schön zu lösen ist. So dienten die Aufschieblinge als Konstruktionshilfe, um den Dachüberstand mit eventuellem Unterschlag trotz steiler Dachneigung gut realisieren zu können. Im Lauf der Zeit sind Dachbrüche und die sich dadurch ändernden Dachneigungen an den Traufen von historischen Gebäuden oder solchen, die ihren Stil nachahmen möchten, nicht mehr wegzudenken.
Ein Beitrag von York Petersen
Belüftet oder nicht belüftet – das ist hier die Frage
Technik | Das Dach ist das am meisten beanspruchte Bauteil eines Hauses.Das gilt erst recht für Flachdächer, die seit Jahrzehnten bei Bauherren und Architekten gleichermaßenbeliebt sind. Allerdings warten sie bauphysikalisch mit besonderen Herausforderungen auf, insbesonderewenn es um den Schutz vor Tauwasser geht. Mit der richtigen Planung, mit geeigneten Bauprodukten undfachgerechter Ausführung sind funktionierende Flachdächer möglich. Doch welche Normen und Fachregelngelten für sie, und was entspricht den anerkannten Regeln der Technik?
Ein Beitrag von Erik Preuß
Konstruktiver Holzschutz –Fällt der Regen im 30°-Winkelzur Vertikalen?
Forschung | Die Dauerhaftigkeit von Holzkonstruktionen hängt stark vom Schutz vor direkter Bewitterungab. In den aktuellen nationalen Vorschriften für die Bemessung von Holzbrücken in Deutschland sindRegelungen gegeben, wie der Schutz von Holzkonstruktionen zu realisieren ist. Eine Regel besagt,dass der Regen in Deutschland in einem Winkel von 30° zur Vertikalen fällt. Die Auswertung von instandgesetzten Brücken zeigt jedoch, dass auch bei überdachten Holzbrücken, die diese Anforderungenerfüllen,Schäden auftreten können. Daher wird in dieser Studie die horizontale Verfrachtung desRegentropfens durch die Modellierung des Falls eines Regentropfens auf der Grundlage des Kräftegleichgewichtsangenähert. Eine Auswertung dieser Herleitung ergibt, dass je nach WindstärkeRegeneinfallswinkelmöglich sind, die vom 30°-Ansatz abweichen können. Eine Auswertung für dasAllgäuergibt einen Regeneinfallswinkel von 60° für durchlässige Fassaden, während bei dichtenFassadenin dieser Region ein Winkel von 30° ausreichend erscheint.
Ein Beitrag von Prof. Dr.-Ing. habil. Jörg Schänzlin
