Liebe Leserin, lieber Leser, so manch einer der kleineren Zimmereibetriebe fühlt sich abgehängt, weil er mit den größeren in der Hausproduktion nicht mehr mithalten kann. Denn nicht jedes Holzbauunternehmen kann oder möchte sich eine Abbundanlage in die Werkhalle stellen.
Diese Investition muss betriebswirtschaftlich gut überlegt sein. Sicherlich bringt sie viele Vorteile, aber niemand sollte sich wirtschaftlich überfordern. Eine Vorfertigung von Holzrahmenbauelementen im Betrieb ist auch ohne High-End-Technologie möglich und auch mit Baustellenfertigung kann ein qualitätvolles Gebäude erstellt werden. Beide Methoden haben ihre Vorteile, wie das Gespräch mit Holger Meyer und Elmar Mette auf Seite 12 zeigt.
Bevor ein Zimmereiunternehmen von der Dachstuhlfertigung auf den Holzrahmenbau umsteigt, sich der Zimmerer vom Dachhandwerker zum Geschosshandwerker wandelt, sollte er sich klar vor Augen führen, worauf er sich einlässt.
Neben dem erforderlichen technischen Wissen ist eine betriebswirtschaftliche Einschätzung notwendig, um sich auf dem Markt etablieren zu können.
Der Artikel auf Seite 8 möchte eine Diskussion anstoßen, wie eine Betriebsausrichtung aussehen kann, ohne dass der Inhaber oder die Inhaberin sich verzettelt. Der Holzrahmenbau bewährt sich seit Langem, auch bei kleineren Zimmereien. Man muss nicht erst eine 30-Mann-Firma führen, um Holzhäuser oder auch kleinere Bauvorhaben, wie Anbauten oder Aufstockungen, mit hoher Qualität erstellen zu können. Man sollte aber immer wissen, was man mit welchem Einsatz leisten kann.
Nicht unverzichtbar, aber häufig eingesetzt sind OSB-Platten im Holzrahmenbau. Zum einen dienen sie der Aussteifung, zum anderen übernehmen sie bauphysikalische Aufgaben. Welche Anforderungen sie als Dampfbremse und Luftdichtheitsschicht erfüllen müssen, erläutert der Beitrag auf Seite 16.
Dass man sich langsam vom Diesel verabschieden muss, ist hinlänglich bekannt. Dass Handwerksbetriebe nicht von heute auf morgen auf eigene Kosten ihren gesamten Fuhrpark umstellen müssen, bleibt zu hoffen. Aber dennoch sollte man anfangen, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Eine Verkehrswende ist dringend notwendig. Auch Zimmereibetriebe können daran mitwirken, indem sie die Betriebsflotte perspektivisch auf klimafreundliche Verkehrsmittel umstellen und den Verkehrsaufwand so weit wie möglich reduzieren. Einen Überblick und den einen oder anderen Denkanstoß gibt der Artikel auf Seite 30.
Ich wünsche Ihnen eine nützliche Lektüre.
Ihre
Angela Trinkert
