Deutscher Holzbaupreis 2019
Foto:Holzbau Deutschland/M.Hölzel

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29. May 2019 | Teilen auf:

Deutsche Holzbaupreis 2019: Das Beste im Holzbau

Die wichtigste Auszeichnung für Gebäude aus Holz, der Deutsche Holzbaupreis, geht 2019 an drei Neubauten und ein Gebäude der Kategorie „Bauen im Bestand“. Mit einem Preis ausgezeichnet wird das Studentenwohnheim „Woodie“ in Hamburg, das Thüringer Forstamt Jena-Holzland in Stadtroda, das Gründerlabor in Würzburg und der Umbau der Bücherei in Kressbronn. Neben einem Forschungsvorhaben erhalten zehn weitere Bauwerke eine Anerkennung.

Eine Fachjury unter Leitung von Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek hatte 157 Arbeiten zu bewerten, die von anspruchsvollen Neubauten über erfinderische Gebäudesanierungen bis zu neuen Entwicklungen auf dem Produktsektor reichten.

„Die Gebäude die wir heute planen und bauen, müssen den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht werden“, sagte Staatssekretärin Anne Katrin Bohle in ihrem Grußwort. „Durch sozial verantwortliches und ökologisches Bauen schaffen wir zum einen den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und zum anderen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Preisträger geben hierzu architektonisch und ökologisch überzeugende Antworten.

Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, unterstrich „Klima- und ressourcenschonender als mit Holz kann man kaum bauen. Die eingereichten Bauwerke gehören zum Besten, was der deutsche Holzbau in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie wichtig es den Hochschulen und den Studierenden ist, sich mit Lösungsvorschlägen zu gesellschaftlich wichtigen Themen wie Klimaschutz oder Wohnraumversorgung einzubringen.“

Preisträger Holzbaupreis 2019 Neubau: Woodie

Foto: Jan Bitter
Foto: Götz Wrage

Einen Preis erhält das aufsehenerregende Studentenwohnheim „Woodie“ in Hamburg von Sauerbruch Hutton Architekten aus Berlin. Es handelt sich um das derzeit weltweit größte Wohnbauprojekt in Modulbauweise. Auf einem Betontisch stapeln sich 371 vorgefertigte Wohnmodule zu fünf und sechs Gschossen, die in nur vier Monaten montiert wurden. Es fügt sich sehr gut in die städtebauliche Umgebung ein und hat hohe Vorbildwirkung für andere modular hergestellte Gebäude aus Holz im städtischen Kontext.

Preisträger Neubau: Thüringer Forstamt

Foto: Thomas Eicken Eckenfotograf
Foto: Thomas Eicken Eckenfotograf

Ein weiterer Preis ging an das Thüringer Forstamt Jena-Holzland in Stadtroda von Cornelsen und Seelinger Architekten aus Darmstadt. Es erfüllt sehr präzise die gege- bene Aufgabenstellung in Form eines klassischen Tragskeletts mit Holz-Beton-Verbunddecken aus Buchen-Furnierschichtholz, einem zukunftsweisenden Material, das im Vergleich zu Nadelhölzern höhere Biege-, Zug- und Druckfestigkeiten aufweist. Nach Ansicht der Jury ist auch dieses wohlgestaltete Gebäude besonders nachahmenswert, da es exemplarisch als Konzept für kleinere Büro- oder Verwaltungsbauten von Kommunen und Firmen dienen kann.

Preisträger Holzbaupreis 2019 Neubau: Gründerlabor Würzburg

Foto: Thomas Ott
Foto: Thomas Ott

Ebenso ausgezeichnet wurde das Gründerlabor in Würzburg. Konzipiert und entworfen wurde es an der TU Darmstadt unter Prof. Anett-Maud Joppien. Die Planung und Realisierung erfolgte durch Henne Schönau Architekten und Hofmann Keicher Ring Architekten. Es handelt sich um ein signifikantes Gebäude von hoher architektonischer Qualität, das jungen Firmengründern aus der IT-Branche einen inspirierenden Rahmen für gemeinschaftliches Arbeiten bietet. Die transluzente Fassade des „Cube“ genannten Quaders besteht aus einer Konstruktion aus Brettschichtholz in Kombination mit bedruckter Polycarbonatpaneele.

Preisträger Holzbaupreis 2019 Bauen im Bestand: Bücherei Kressbronn

Foto: Brigida Gonzàlez
Foto: Brigida-Gonzàle

In der Kategorie „Bauen im Bestand“ wurde der Umbau eines alten Stadels zu einem Büchereigebäude im Zentrum von Kressbronn am Bodensee ausgezeichnet. Nach Ansicht der Jury gelang es dem Architekten Thomas Steimle eindrucksvoll, ein Haus mit wenigen architektonischen Mitteln in der heutigen Zeit zu verorten, ohne seine Geschichte zu verdrängen. Durch den Erhalt der städtebaulichen Struktur, ohne äußeren Anbau und ohne Veränderung des prägnanten Satteldaches wurde die historische Bausubstanz auf hohem Niveau weiterentwickelt. Auch im Innenbereich wird die Balance aus Geschichte und Gegenwart zur überzeugenden Qualität dieses Hauses.

Deutscher Holzbaupreis 2019 Anerkennung Neubau

Deutscher Holzbaupreis 2019 Anerkennung Bauen im Bestand

Deutscher Holzbaupreis 2019 Anerkennung Komponenten / Konzepte Forschungsvorhaben

Deutscher Hochschulpreis geht nach Stuttgart und Konstanz

Beim Hochschulpreis Holzbau 2019 erhalten die Universität Stuttgart, IBK2, und die HTWG Konstanz, Fakultät für Architektur und Gestaltung, jeweils den ersten Preis. Der dritte Preis geht ebenfalls an die Universität Stuttgart, IBK2. Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Tom Kaden hatte insgesamt 62 eingereichte Arbeiten von 32 Lehrstühlen an deutschen Universitäten zu bewerten. Erstmals werden zusätzlich auch drei Sonderpreise vergeben. Beide Preise stehen unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Preisträger Hochschulpreis Holzbau 2019: Platte Plus

Foto: Uni-Stuttgart
Foto: Uni-Stuttgart

Einen ersten Preis erhielt das Projekt „Platte Plus“ von Maximilian Kurz. Die Arbeit entstand an der Universität Stuttgart, im IBK2 Institut für Baukonstruktion Lehrstuhl 2 und wurde von Dipl.-Ing. Peter Seger, AOR, und Dipl.-Ing. Johannes Pellkofer betreut. Die Jury würdigte diese Arbeit als einen klugen und konsequent durchdachten Entwurf, der Lösungsmöglichkeiten für die Verdichtung städtischer Ballungsräume aufzeigt.

Preisträger Hochschulpreis Holzbau 2019: Institut für digitale Holzverarbeitung

Foto: HTWG Konstanz
Foto: HTWG Konstanz

Den zweiten ersten Preis erhielt das Projekt „Institut für digitale Holzverarbeitung“ von Philipp Köpfler und Felix Stach. Diese Arbeit entstand an der HTWG Konstanz an der Fakultät Architektur und Gestaltung und wurde von Prof. Stefan Krötsch und Prof. Dr. Markus Faltlhauser betreut. Das Projekt zeigt klare Strukturen trotz vielseiti ger Nutzungsmöglichkeiten und ein durchdachtes Tragwerk mit großer Stützenfrei heit. Es zeigt außerdem einen Weg für den Holzbau auf, Hybridsysteme vermehrt und umfänglich weiter zu entwickeln.

Preisträger Hochschulpreis Holzbau 2019: Studentenwohnheim München

Foto: Uni-Stuttgart
Foto: Uni-Stuttgart

Einen dritten Preis erhielt Hendrik Nagel mit seinem Projekt „Studentenwohnheim München“. Auch dieses Projekt entstand an der Universität Stuttgart am IBK2 Insti tut für Baukonstruktion Lehrstuhl 2 und wurde von Dipl.-Ing. Peter Seger, AOR, Dipl.- Ing. Johannes Pellkofer MBA, und Dipl.-Ing. Stefan Robanus betreut. Die Jury war beeindruckt vom Mut desVerfassers, ein Hochhaus in hybrider Bauweise aus Holz und Stahlbeton zu konzipieren. Er war damit der einzige Teilnehmer im Wettbewerb, der die Potenziale des Holzbaus im Hochhaus auslotete. Es ist ein Beitrag um den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in München zu begegnen.

Sonderpreise Hochschulpreis Holzbau 2019

Anerkennungen Hochschulpreis Holzbau 2019

Feierliche Preisverleihung auf der Ligna

Die Preisverleihung auf der Ligna war auch Startschuss für die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Ausstellung „HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR – Entwerfen, Konstruieren und Bauen mit Holz“, die neben allen ausgezeichneten Arbeiten des Holzbaupreises 2019 auch die Preisträger des Hochschulpreises Holzbau 2019 der Öffentlichkeit vorstellt und anschließend auf die Reise durch Deutschland geht.

Preisverleihung Deutscher Holzbaupreis 2019