Ein detailliertes Ausstellungsstück zum Thema nachhaltiger Holzbau, bei dem eine Hand ein Tablet hält, das die digitale DiKieHo-Plattform zur Prozesssteuerung und Ressourcenplanung zeigt, während im Hintergrund ein physisches Wandmodell mit verschiedenen Oberflächenmustern zu sehen ist.
In der interaktiven Online-Plattform können Nutzer in Echtzeit nachvollziehen, wie viel Kiefernholz aus Brandenburger Wäldern nachhaltig verfügbar ist, wie es zu Bauteilen vorgefertigt wird, welche CO₂-Bilanz und Kosten verschiedene Baukonstruktionen haben, und sogar, wo in Berlin neue Holzgebäude oder Aufstockungen sinnvoll wären. (Quelle: Fraunhofer IPK/N. Oertwig)

News 2026-08-26T12:06:26.901Z Digital vernetzt vom Wald bis zum Gebäude

Im Verbundprojekt DiKieHo wurde untersucht, wie sich Brandenburger Kiefernholz für den mehrgeschossigen urbanen Holzbau in der Region Berlin-Brandenburg nutzen lässt. Ziel des Vorhabens war laut Meldung des FNR die Modellierung einer durchgängig digital vernetzten Wertschöpfungskette vom Wald bis zum fertigen Gebäude, um die Nutzung des regional verfügbaren Kiefernholzes in der Bauwirtschaft effizienter zu gestalten.

Das Ergebnis ist ein Baukasten mit digitalen Prototypen für charakteristische Abläufe im Holzbau unter Einbeziehung späterer Kreislaufprozesse, so der FNR. Neben der interaktiven Visualisierungsplattform „Value Chain Digital Model 2.0", auf der Daten zu Holzvorräten, Vorfertigung, Bauteilen und Kreislaufwirtschaft aufrufbar sind, entstanden ein Prozesskonfigurator und eine mobile Building-Scanner-App für die Baustelle. Über den Konfigurator lassen sich Prozessketten für Bauvorhaben zusammenstellen und nach Zeit, Kosten, Treibhausgasemissionen und Digitalisierungsgrad vergleichen. Die mobile Building-Scanner-App verbindet das digitale Gebäudemodell mit dem realen Bauablauf. Für den Praxis-Einsatz müssen die Forschungsprototypen weiterentwickelt und an bestehende Systeme angebunden werden.

Nahaufnahme von zwei Stücken Sperrholz, deren Oberflächen durch Feuer verkohlt sind, während die geschichtete Holzstruktur im Querschnitt deutlich sichtbar bleibt.
Querschnitt eines aus Brandenburger Kiefer hergestellten Furnierschichtholzes, das einem Single-Burning-Item-Test unterzogen wurde, um die Brandeigenschaften zu charakterisieren. (Quelle: Fraunhofer WKI)

Bauteile geeignet für tragende Konstruktionen

Auch zum Baustoff Kiefernholz soll DiKieHo wichtige Ergebnisse liefern. Aus Brandenburger Kiefer stellte das Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI Brettschichtholz und Furnierschichtholz in Bauteilgröße her. Im Test erreichten die Bauteile anerkannte Festigkeitsklassen für lasttragende Bauprodukte wie Träger oder Stützen.

Furnierschichtholz wurde außerdem mit einer bei Hitze aufschäumenden Brandschutzgrundierung versehen und in einem orientierenden Brandversuch geprüft. Das beschichtete Holz beförderte kaum die Brandausbreitung, entwickelte wenig Rauch und setzte keine brennenden Tropfen oder Teile frei. 

Online-Demonstratoren und ein praxisorientierter Leitfaden bereiten die Projektergebnisse nun für Unternehmen, Planungsbüros und öffentliche Auftraggeber auf. Die Technische Universität Berlin koordinierte das mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und dem Fraunhofer WKI sowie mit Praxispartnern bearbeitete Vorhaben. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat förderte DiKieHo über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

www.fnr.de

zuletzt editiert am 26. August 2026
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