Das Bürogebäude TRI in der Seitenansicht
Das Bürogebäude ist von einer Vielfalt an Grün umgeben, das nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur urbanen Biodiversität leisten soll. (Quelle: LaSalle & Accumulata / Oliv Architekten)

Nachhaltigkeit 2024-03-25T08:48:46.414Z Dreiklang aus Inspiration, Innovation und Intelligenz

Das Bürogebäude 'TRI' feiert nach 18 Monaten Richtfest. Der Komplex ist Münchens erstes Bürohaus in Holz-Hybridbauweise und soll auf acht Etagen nicht nur insgesamt etwa 15.000 Quadratmeter Mietfläche, sondern auch Standards in Sachen Nachhaltigkeit, intelligente Nutzungskonzepte und smarte Gebäudetechnik bieten.

Das circa 16.000 Quadratmeter große Projekt TRI entsteht in der Elsenheimerstraße 31 in München. Der Entwurf wurde in Zusammenarbeit mit dem Münchener Architekturbüro Oliv Architekten geplant. Beim Richtfest des Büroneubaus lässt sich erahnen, was durch den Baustoff Holz, Recycling-Beton und Cradle to Cradle-Prinzipien heute alles möglich ist – technisch und ökologisch. Die Holz-Hybrid-Konstruktion soll die CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Bauten um etwa 25 Prozent senken. Allein die 900 Träger aus Holz binden 1.100 Tonnen CO2. Zusätzlich schenken die Bauherren alten Baustoffen ein zweites Leben, die zuvor in dem alten Gebäude an diesem Standort verbaut waren. In einem Materialpass vermerken sie exakt, welche Mengen von welchem Material in dem Haus stecken. In den nächsten Monaten erhalten die Fassade und die Außenanlagen den letzten Schliff. Zudem startet der Innenausbau. Fertigstellung ist im ersten Quartal 2025 geplant.

Platzierung einer Holzdecke durch zwei Fachkräfte
Fachkräfte bei der präzisen Platzierung einer Holzdeckenplatte, ein kritischer Moment im Bau des TRI. (Quelle: LaSalle & Accumulata / LeonieLorenz)
Ein Büro des Holz-Hybridgebäudes von innen betrachtet
Die Büros sollen ein Arbeitsplatz der Zukunft sein, an dem man sich gerne aufhält und gleichzeitig zur Minimierung der Umweltbelastung beiträgt (Quelle: LaSalle & Accumulata / Oliv Architekten)

65 Prozent weniger CO2-Emissionen: Sonne auf dem Dach, Geothermie unter der Erde

Während im Wald die Sonne auf ein Blätterdach scheint, lädt sie auf dem Dach des TRI 400 Quadratmeter Photovoltaik-Module. Verbleibende Dachflächen werden bepflanzt, um für mehr Biodiversität zu sorgen. Im Innern holt der Biophilic-Design-Ansatz viel Grün und Natur an die Arbeitsplätze. Wo möglich, tränkt Regenwasser hauseigene Pflanzen. Und wo im Wald Wurzeln Nährstoffe in die Bäume holen, arbeitet beim TRI eine spezielle Wasser-Wärmepumpe auf dem eigenen Grundstück - eine Seltenheit bei Bürogebäuden. Die autarke Geothermieanlage nutzt einen Saug- und Schluckbrunnen. Sie kühlt und heizt das Gebäude mit Grundwasser. Der CO2-Fußabdruck ist dadurch noch geringer als bei der klassischen Energieversorgung über Gas oder Fernwärme und unabhängig von der städtischen Energieversorgung. Im Ergebnis reduziert die Kombination aus erneuerbaren Energien und effizienter Technik die CO2 -Emissionen während der Betriebsphase um mehr als 65 Prozent. 

Live-Daten für mehr Umweltbewusstsein

Ein Sustainability Board mit Live-Daten zeigt im Gebäude den Verbrauch und Einsparungen, bietet Einblicke in die Energie- und Wasserverbrauchsdaten (Ziel vs. Ist), die PV-Energieproduktion, den CO2-Monitor sowie verfügbare Mobilitätsoptionen wie E-Bikes, Ladestationen, Carsharing und mehr. Diese Maßnahme verstärkt nicht nur das Bewusstsein für Nachhaltigkeit unter den Mitarbeitenden, sondern fördert ein umweltbewusstes Verhalten. Es ermöglicht den Nutzern, ihren Einfluss auf die Umwelt direkt zu sehen und zu verstehen. 

Treppenaufgang des TRI
Der Treppenaufgang des TRI verbindet Begegnungsflächen mit Gastronomie im Erdgeschoss und kreativen Arbeitsräumen darüber – ein Zentrum der Kommunikation und Kollaboration. (Quelle: LaSalle & Accumulata / Oliv Architekten)

Ein Smartes Green Building

Dass sich grüne Ideen und Fortschritt nicht ausschließen, beweist der Büroneubau im Inneren. Als vollständig vernetztes Smart Building maximiert der Neubau die Energieeffizienz und den Nutzerkomfort. Lernende Technik unterstützt zukunftsfähige Arbeitsplatzkonzepte und eine effiziente und dynamische Raumnutzung. Das Gebäude erkennt, wo gearbeitet wird – und heizt und kühlt entsprechend. Durch den Einsatz von intelligenten LED-Beleuchtungen, kontaktlosen Anwesenheitssensoren, smarten Außenjalousien und vorkonditionierter Be- und Entlüftung passt sich das TRI nahtlos den Bedürfnissen seiner Nutzer an und fördert einen nachhaltigen Ressourceneinsatz. Diese intelligente Infrastruktur ermöglicht es, den Energieverbrauch zu optimieren, indem genau dort Energie eingesetzt wird, wo sie benötigt wird, und unnötiger Verbrauch vermieden wird. 

Die bepflanzte Dachterrasse des TRI ist mit Gartenmöbeln ausgestattet.
Die Dachterrasse des TRI, gestaltet nach einem durchdachten Biodiversitätskonzept, bietet Mitarbeitenden einen Raum zur Entspannung und Verbindung mit der Natur. (Quelle: LaSalle & Accumulata / Oliv Architekten)
Holzstützen an der Außenwand des Bürogebäudes
Die robusten Holzstützen des TRI, sichtbar an der Außenwand, sollen Stärke und Nachhaltigkeit symbolisieren. (Quelle: LaSalle & Accumulata / LeonieLorenz)

Eines von wenigen Platin zertifizierten Objekten in München

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat Planung und Konzept des Objektes mit einem DGNB-Platin-Vorzertifikat ausgezeichnet. Die Auszeichnung bescheinigt sehr gute Ergebnisse in der Lebenszykluskostenanalyse, der Ökobilanz, der Luftqualität in Innenräumen, der Sicherheit von Gebäuden und Anlagen sowie beim thermischen und akustischen Komfort. Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand DGNB: „Platin-zertifizierte Gebäude wie das TRI sind Wegbereiter für eine nachhaltige Baukultur. Sie demonstrieren, dass höchste Nachhaltigkeitsstandards nicht nur machbar, sondern für die zukunftsfähige Stadtentwicklung essenziell sind. Diese Gebäude tragen signifikant dazu bei, dass der Sektor seine Klimaziele erreicht. Mit seiner Platin-Zertifizierung für nachhaltiges Bauen unterstreicht es die Rolle von Gebäuden als aktiv Beitragende für die globalen Nachhaltigkeitsziele.“

zuletzt editiert am 25. März 2024