Blick auf eine städtische Baustelle mit einem großen Kran, der über ein mit Gerüsten umgebenes Gebäude ragt
Mit dem Gebäudetyp E möchte die Bundesregierung günstigeres und schnelles Bauen ermöglichen. (Quelle: Der Zimmermann)

News 2024-07-24T09:05:02.145Z E wie Einfach bauen

Das Bauministerium hat die Leitlinie für einfaches und kostengünstiges Bauen vorgelegt. Mit dem sogenannten Gebäudetyp E sollen die Baukosten gesenkt und gleichzeitig die Sicherheit und Qualität der Bauwerke gewährleistet werden. Zusammen mit den Partnern aus dem Bündnis bezahlbarer Wohnraum hat sich das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) im Rahmen des Bündnisses zum Ziel gesetzt, den Bau von bezahlbaren Wohnungen signifikant zu fördern. Eine wichtige Maßnahme dies zu erreichen, stelle die Etablierung des Gebäudetyps E dar.

Viele Interessengruppen der Baubranche monierten bereits seit längerer Zeit, dass die hohe und unübersichtliche Anzahl von Vorschriften die Baukosten unnötig in die Höhe treiben würden. Konzepte und Ideen der Bundesarchitekten- und Bundesingenieurkammer aufgreifend, hat das BMWSB nun die Leitlinie und Prozessempfehlung für den Gebäudetyp E erarbeitet. Daran haben sich die benannten Kammern, weitere Institutionen und die Länder beteiligt. Entstanden ist ein über 70-seitiges Praxisdokument, das hilfreiche Hinweise von der Betonzwischendecke bis zur Steckdose geben möchte.

„Bauen muss wieder einfacher und günstiger werden, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen“, erklärte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD). Sie betonte, dass der Gebäudetyp E in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielen könne. „Die Vertragspartner können künftig beim Bauen von kostenintensiven Standards rechtssicher abweichen und zugleich die hohen Sicherheitsstandards beim Bauen einhalten. Davon werden beide Seiten profitieren; die Baubranche, weil Bauen kostengünstiger wird, und die Nutzerinnen und Nutzer, weil es preiswerter wird.“

Antreiber für den Wohnungsbau

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, erklärte, dass das Deutsches Baugewerbe das Bestreben der Bundesregierung unterstütze, Baukosten zu senken, um so den kriselnden Wohnungsbau anzukurbeln. „Zu lange haben wir uns in Deutschland an Goldstandards bei technischen Bauvorgaben gewöhnt, wodurch Bauvorhaben immer anspruchsvoller und damit kostenintensiver geworden sind. Der Gesetzentwurf kann ein Weg sein, den Menschen in Deutschland die Freiheit zu geben, das zu bauen, was sie wollen und brauchen – und was sie auch bezahlen können. Es muss wieder möglich sein, dass (Sicherheit-)technisch Notwendige zu bauen und nicht immer nur das technisch absolut Machbare.“

Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, zeigt sich ebenfalls zuversichtlich: „Durch die Möglichkeit, mit der Einführung des Gebäudetyp E auf nicht notwendige Standards zu verzichten, können Bau- und Sanierungsprozesse nicht nur beschleunigt, sondern auch kostengünstiger und ressourcenschonender gestaltet werden. Dies trägt wesentlich zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und zur Förderung innovativer Bauprojekte bei. Die Bundesarchitektenkammer sieht in den vorgeschlagenen Maßnahmen des Bundesbauministeriums einen bedeutenden Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen im Bauwesen und zur Schaffung lebenswerter und zukunftssicherer Räume.“

Die Bundesregierung werde laut BMWSB nun die erforderlichen Änderungen im BGB auf den Weg bringen, die das einfache und kostengünstige Bauen im Zivilrecht unterstützen werden.

Den Entwurf zum Gebäudetyp E können Sie HIER herunterladen.

zuletzt editiert am 05. September 2024