Mit einem Besucher- und Ausstellerrekord ist der 3. Fachkongress EASTWOOD am 21. und 22. September in Leipzig zu Ende gegangen. Rund 200 Kongressteilnehmer folgten im Leipziger Nieperbau der HTWK Leipzig den Fachvorträgen der Referenten. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch einen Netzwerkabend im Leipziger Zoo, der Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Knüpfen neuer Kontakte bot.
Die Veranstaltung des jungen EASTWOOD-Netzwerks hat sich damit einen festen Platz im Holzbau-Kalender gesichert. Auf der Basis eines starken Praxisbezugs zeigte der Kongress Lösungsansätze für den Holzbau als unmittelbar wirksamer Klimaschutz und vermittelte neue Perspektiven für den digitalen Holzbau.

Gelobt wurden von den Teilnehmern die hohe inhaltliche Qualität und Originalität der Vorträge:
Das Thema Nachhaltigkeit im Holzbau wurde gleich in drei Vorträgen vertieft. Prof. Florian Nagler von Florian Nagler Architekten in München zeigte anhand einiger ausgesuchter Projekte, wieweit die Ansätze zum ressourcenoptimierten Bauen schon jetzt in die Planung einfließen. Vom Ende der Nutzungsphase eines Gebäudes her näherte sich Rebekka Steinlein von Concular in Berlin der Frage, inwieweit Bauteile und Materialien wiederverwendbar sind. „Rethinking Architecture“ überschrieb Antonino Vultaggio von HPP Architekten seinen Vortrag, in dem er das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Mindset bei der Planung beschrieb.

Auch die Ingenieure in Leipzig und im Livestream kamen auf der EASTWOOD 2023 voll auf ihre Kosten. Falk Hoffmann-Berling stellte die großen Herausforderungen bei der Tragwerksplanung der WDL Luftschiffhalle in Mülheim in seinen Fokus. Vom t-lab in Kaiserslautern war Viktor Poteschkin angereist, der die konstruktiven Feinheiten eines neues Werkstattgebäudes erläuterte, das reversibel gebaut wurde. Besonders gelungene Beispiele für die Kombination von Holz und Beton in Großprojekten brachte Henning Klattenhoff von Assmann aus Hamburg mit.
Die Zollinger-Bauweise wurde zu ihrem 100. Geburtstag von Prof. Wolfgang Rug noch einmal gewürdigt. Mit TimberPlan + zeigte Prof. Alexander Stahr die von ihm und seinem FLEX-Forschungsteam angestoßene und schon weitgehend umgesetzte Weiterentwicklung dieses Zollinger-Ansatzes hin zu vorgefertigten Elementen.

„Neue Möglichkeiten für den Werkstoff Holz“ zeigte Albrecht Löser, der für den Kulissenbau in Opernhäuser einen hochbelastbaren Träger aus Holzwerkstoffplatten vorstellte.
Bei einer so hochkarätigen Veranstaltung wie der EASTWOOD darf natürlich ein Vertreter aus dem Holzbau Deutschland Institut nicht fehlen. Dessen Geschäftsführer Johannes Niedermeyer erläuterte in seinem Vortrag die mitunter langwierige und detailreiche fachliche Arbeit des Instituts.
Die 4. EASTWOOD wird am 19./20. September 2024 in Leipzig stattfinden.