Leipfinger-Bader entwickelt eine Lehm-Holz-Massivdecke als ressourcenschonende Alternative zu herkömmlichen Stahlbeton-Deckenkonstruktionen. Dabei wird ein tragendes Holzraster mit einem Massivlehmgemisch vergossen.
Ein Bauteil rein aus Holz und Erde, das die Vorzüge von Holz- und Stahlbetondecken vereint und dank Automatisierung auf Dauer auch wirtschaftlich in der Herstellung ist – das ist die Vision des Herstellers.
In Anlehnung an die historische Stakendecke bildet bei dem Bausystem Holz eine feingliedrige Tragstruktur. In diese wird Lehm mit einer Rohdichte von 2.200 kg/m³ gefüllt, um Raumabschluss, Brandschutz, Schallschutz und thermische Masse zu erzeugen. Der Gießprozess wird durch aus der Lebensmittelindustrie bekannte Fließmittel ermöglicht und ersetzt das zeit- und kostenintensive Stampfen. Damit können laut Hersteller ähnliche Materialeigenschaften wie von Stampflehm zu einem Bruchteil der Kosten erreicht werden – ohne den CO2-Fußabbdruck, die Möglichkeit zum erneuten Verflüssigen oder die toxikologische Unbedenklichkeit des Materials zu beeinträchtigen.

Die Entwicklung der Decke mit einer Spannweite von bis zu mehr als 6,50 m wird schrittweise weiter vorangetrieben. Der Schallschutz richtet sich dabei nach dem Flächengewicht von mindestens 250 Kilogramm pro Quadratmeter. Entwicklungsziel ist eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten. Das erste Bauprojekt, noch manuell gefertigt, soll im Sommer 2024 verwirklicht werden.