Sie ist Brücke und Graben zugleich: Die "Laufgrabenbrücke" in der niederländischen Provinz Nordbrabant macht die alte Verteidigungsanlage des "Fort de Roovere" aus dem 17. Jahrhundert wieder zugänglich. Die Brücke selbst ist aus der Distanz nicht zu sehen, nur die Köpfe der Besucher ragen aus dem Wasser empor. Erst beim Näherkommen wird der Graben sichtbar, der das Überqueren "unter Wasser" auf trockenem Fuße ermöglicht.
Die Brücke verläuft entlang der Uferschräge und unterhalb der Wasseroberfläche damit fügt sie sich nahtlos in die Konturen der Anlage ein. Verantwortlich für die gelungene Symbiose aus Architektur, Natur und Geschichte ist das Architektenbüro RO&AD, Ro Koster und Ad Kil. Für die Realisierung der außergewöhnlichen Brücke wählten sie einen natürlichen und gleichzeitig widerstandsfähigen Werkstoff, dem auch Wasser nichts anhaben kann Accoya Holz. Das acetylierte Holz hat sich bereits in der Praxis bewährt, sowohl im Kontakt mit Wasser als auch in der Berührung mikroebenreicher Erde und Luft.
Die Festung ist Teil der "West-Brabantschen Wasserlinie", einer Verteidigungslinie aus dem Jahr 1628. Damals waren viele kleine Städte sowie Dörfer mit Sand- und Steinwällen befestigt und miteinander verbunden. Im Verteidigungsfall, wie im Krieg gegen die Spanier und später gegen die Franzosen, wurde das Land vor den Wällen geflutet, um die Gegner aufzuhalten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verfiel die Verteidigungsanlage, erst im Jahr 2011 wurde sie restauriert. Im Rahmen dieses Wiederaufbauprojekts ist auch die Brücke entstanden, die dem historischen Wasserlauf vom Ufer in den Graben nachempfunden ist.

Die Brücke des "Fort de Roovere" besteht aus einer Gehfläche und Treppenstufen aus Hartholz, die von Spundwänden aus Accoya-Bohlen umschlossen sind. Die Bohlen sind durch Spundung miteinander verbunden. Bei der Wahl des Werkstoffs fiel die Entscheidung der Architekten bewusst auf Accoya Holz, das sich durch seine hohe Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit auszeichnet.
"Dank der besonderen Nutzungseigenschaften entspricht Accoya-Holz genau den Hauptanforderungen des Projekts, bei dem es um den didaktischen Ansatz, die Achtung des historischen Ortes und der Natur ging", so Victor Vos, Vertriebsleiter Europa der Herstellerfirma Accsys Technologies. Accoya Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern mit FSC- und PEFC-Zertifizierung.
Das High-Tech-Holz wird durch einen ungiftigen Modifikationsprozess gewonnen und erhält dadurch seine hohe Dimensionsstabilität und Maßhaltigkeit. "Accoya Holz ist bestens für Holzkonstruktionen im Freien geeignet sei es für Bodenbeläge, Verschalungen oder Deckwerk bei Kanälen und Brücke", erläutert Victor Vos weiter. Mit einer garantierten Nutzungsdauer von 50 Jahren bei oberirdischer Verwendung und 25 Jahren mit Erdberührung ist es wesentlich strapazierfähiger und langlebiger als tropische Harthölzer. Zudem ist es resistent gegen Fäule, Zersetzung und Schimmelpilze und entspricht damit dem Dauerhaftigkeitsstatus Klasse 1. Selbst bei härtesten Umweltbedingungen und dem ständigen Kontakt mit Wasser bleibt das High-Tech-Holz widerstandsfähig, wie ein bereits realisiertes Projekt in der holländischen Provinz Fevoland zeigt: Insgesamt 20 laufende Meter Deckwerk wurden dabei mit Accoya Holz verlegt. Selbst nach über 15 Jahren wies das Holz keine wesentlichen Abnutzungserscheinungen auf.

Der holländische Architektenverbund BNA ehrte die außergewöhnliche Konstruktion mit der Auszeichnung als Gebäude des Jahres 2011 (Südregion). Nach diesem Erfolg plant das Architektenteam bereits das nächste Projekt diesmal soll Accoya Holz als Werkstoff für einen 25 Meter hohen Aussichtsturm dienen, ganz in der Nähe der Brücke.