Das New Yorker Architekturbüro Amalgam Studio entwarf ein dreigeschossiges Holzhaus für ein Grundstück in den Hudson Valleys, die für Hurricanes und starke Schneefälle bekannt sind.
In den Hudson Valleys, nördlich von New York City, USA, entstand ein Holzhaus, das zum einen durch die Materialwahl und zum anderen durch die Adaption seiner Lage heraussticht. Ben Albury ließ sich für den Entwurf von „Silvernails“ von seinen Kindheitserinnerungen an das Landhaus seines Großvaters inspirieren. Der dreigeschossige Bau „Silvernails“ mit einer Wohnfläche von rund 460 qm liegt auf einem Hügel inmitten der ländlichen Idylle einer vornehmlich bewaldeten Gegend. Diese Lage trug maßgeblich zum Fassen des Entwurfsgedankens bei.

Albury baute demnach zwar rustikal und mit Zitaten traditioneller landwirtschaftlicher, regionaler Gebäude, aber dennoch zeitgemäß. Diesen Spagat bringt die spannende Kombination aus natürlichen, langlebigen Materialien und klarer Formensprache zustande: Die lineare Kubatur des Holzhauses entspricht aktuellen Gebäudevorstellungen und wirkt zugleich klassisch.
Amalgam Studio Silvernails House Kebony
Passivhaus mit Holzfassade
Für die vorgehängte hinterlüftete Holzfassade, die Passivhaus-Standards erfüllt, wählte der Geschäftsführer des New Yorker Architekturbüros Amalgam Studio das norwegische Echtholz Kebony. Es ist widerstandsfähig, da seine Zellstruktur mithilfe eines umweltfreundlichen, patentierten Verfahrens auf Basis von Bio-Alkohol nachhaltig gestärkt wurde – so ist es geeignet, um dem mitunter sehr stürmischen Klima in der Region um New York zu trotzen.

Da Holz das prägende Material von „Silvernails“ ist, findet es nicht nur an der Fassade statt: Schräge, hölzerne Sonnenblenden ergänzen die Fassadenoptik und sind zudem ein wirksamer Schutz gegen Hurricanes. Gegen diese wurde auch die Fassadenverkleidung zusätzlich gesichert und über ein komplexes System aus Edelstahlclips an den Stehfalzen der Satteldachbekleidung befestigt.

Holz am Dach ist in Nordamerika ungewöhnlich
„Silvernails“ hat eine markante, monolithische Anmutung, weil für die gesamte Gebäudehülle einheitlich Kebony verwendet wurde. Holz auch für das Dach zu verwenden, war dabei eine ungewöhnliche Wahl, da es in Nordamerika hierfür nur ein Gebäude als Referenz gab – in Europa und im Asiatisch-Pazifischen Raum hingegen häuft sich diese Art der Verwendung. Was den Bauingenieur in seiner Materialwahl für das Dach letztlich bestärkte, war die Erkenntnis, dass ein Holzdach, das den harten norwegischen Witterungsbedingungen standhält, ebenso gut für das New Yorker Umland mit seinen heftigen Schneefällen geeignet sein muss.