Rubner Energetische Sanieurng Schule Niederwalgern
Foto: Rubner Holzbau/www.krall-photographie.de

Technik 2020-06-17T00:00:00Z Energetische Sanierung:Gesamtschule Niederwalgern aus den 1970er-Jahren

Ökologische und ökonomische Grundsätze stehen bei energetischen Sanierungen im Vordergrund. Die bestehende Bausubstanz nutzen, Werte erhalten und den Energieverbrauch senken, anstatt neu zu bauen. Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz und ein wesentlicher Beitrag der Klimaschutzziele.

Der Auftrag in Niederwalgern umfasste die komplette Gebäudehülle für die beiden viergeschossigen Betonskelettbauten aus den 1970er Jahren. Neben der optischen Aufwertung, dem Anbau für eine Mediathek, einer Aufstockung und der Erneuerung der Gebäudetechnik sollte vor allem der Energieverbrauch mit passivhaustauglichen Komponenten die gesetzlichen Vorgaben deutlich unterschreiten. Entscheidend für die Wahl von Rubner Holzbau war zudem die Vorgabe einer Realisierung im laufenden Schulbetrieb. Lärm- und erschütterungsintensive Arbeiten, die in die Schulzeit fielen, durften nur innerhalb der Pausenzeiten stattfinden. Gewährleistet konnte dies mit der bewährten, werksseitigen Vorfertigung aller Bauelemente werden. So wurden die Festverglasungen und Fenster bereits im Werk Ober-Grafendorf (AT) unter Werkstattbedingungen in die Fassadenelemente integriert. Der Vorteil: Höchstmöglicher Vorfertigungsgrad inklusive CNC-Abbund und Integration der Haustechnik unter optimalen klimatischen und technischen Bedingungen, eine rasche und präzise Montage auf der Baustelle und ein umgehender Wetterschutz.

Rubner Energetische Sanieurng Schule Niederwalgern

Im Vorfeld wurden bauseits die alten Fassadenriegel aus Stahlbeton demontiert, die nach innen versetzten Alu-Fenster wurden erst nach der Montage der neuen Fassadenelemente entfernt. Die neuen Fassaden stehen auf eigenen Fundamenten vor dem Bestand und wurden auf diesen zur Abtragung der vertikalen Lasten verankert. Zur Aufnahme der horizontalen Lasten wurden zusätzliche Stützen aus Brettschichtholz an die vorhandenen Stahlbetonstützen montiert, über die Toleranzen von bis zu 7 cm aufgefangen wurden. Für die hinterlüftete Fassade wurde das Wandelement in Holzrahmenbauweise mit verschiedenen Aufbauten ausgeführt. Aus statischen Gründen wurde beispielsweise der in die Wandelemente integrierte Hohlkastenträger beidseitig mit OSB-Platten beplankt.


Die großflächigen Glasfassaden wurden als Pfosten-Riegel-Elemente integriert. Die Pfosten-Riegel-Fassade erfüllt mit einem Ucw-Wert von 0,8 W/m²K die hohen Anforderungen (passivhaustauglich) an den Wärmeschutz. Für den sommerlichen Hitzeschutz und die Verdunkelung der Räume sorgen elektrisch betriebene Raffstores, die in die Fassadenelemente eingearbeitet sind. Rubner Holzbau Augsburg erarbeitete in Abstimmung mit den Planern das Fertigungs- und Montagekonzept, verantwortete die Produktion, den Transport aller Bauelemente mit nur 13 LKW-Fuhren sowie die Montage der kompletten Gebäudehülle.

zuletzt editiert am 16. August 2021