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Hinter dem Putz dieser Fassadensanierung befindet sich eine Holzfaserplatte und eine Holzunterkonstruktion mit Hanfdämmung in den Gefachen. Der Marktfähigkeit dieser heute noch ökologisch betonten Variante wurde nachgegangen. Alle Bilder und Abbildungen: Agepan Business Unit, Glunz AG, Kaisersesch

Technik 2011-01-21T00:00:00Z Fassadendämmung: Es lohnt sich

Bei der Fassadensanierung stehen die Holzbauer und ihre Lösungen mit den Wärmedämm-Verbundsystemen der Stuckateure und Maler im Wettbewerb. Die hier vorgestellte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beleuchtet anhand eines konkreten Sanierungsprojekts die Verhältnisse bei einer Putzfassade und zeigt: Mit dem Werkstoff Holz lohnt es, in den Wettbewerb einzutreten.

Das untersuchte Zweifamilienhaus mit zwei Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss wurde 1972 erbaut. Die Außenwände bestehen wie damals sehr üblich aus 30 cm dickem Hochlochziegel-Mauerwerk. Der U-Wert der Wand des Bestandes mit Innen- und Außenputz lag bei 0,99 W/(m²K). Angestrebt wurde eine deutliche Verbesserung des Wärmeschutzes.

Der größere Teil der Fenster sollten im Zuge der Fassadensanierung ausgetauscht werden, ein kleinerer Teil war schon vor einigen Jahren erneuert und sollte erhalten bleiben. Das Äußere des Gebäudes sollte seine Putzfassade behalten. Besonderer Wunsch der Bauherrschaft war, die Erneuerung weitgehend mit ökologisch zweckmäßigen Werkstoffen zu bewerkstelligen. Die Sanierung sollte einen günstigen KfW-Kredit ermöglichen. Das Budget war definiert und es wurde eine passende Lösung gesucht.

Bei der gefundenen Lösung (siehe Abbildung) gefiel die mechanisch handfeste Befestigung der Fassade und dem gegenüber erdölbasierten Dämmstoffen festeren Putzträger aus Holzfaserplatten. Die neuen Fenster wurden was zwar den Aufwand im Inneren vergrößerte mit der Außenfläche des Blendrahmens in die Ebene des Ursprungsaußenputzes nach außen verschoben. Dadurch blieb der vorher gegebene Lichteinfall erhalten.

Eine theoretische Betrachtung ergibt marginale Unterschiede

Das verwirklichte Projekt machte das Produktmanagement der Glunz AG neugierig. Diese Art der Außenwandsanierung ist selten. Es bestand noch wie wohl in den meisten Köpfen der Bauschaffenden auch die Vermutung (oder das Vorurteil), dass die hier vorgefundene Variante deutlich teurer als ein aufgeklebtes Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) mit Hartschaum oder Mineralfaser sein müsse. Um belastbare, theoretische Vergleiche anstellen zu können, suchte und fand man veröffentlichte Arbeitszeitrichtwerte für die Betrachtung verschiedener Varianten, die den Verdacht einer firmenspezifischen Schönrechnerei nicht zulassen. Da das Verputzen bei allen Varianten den gleichen Bedingungen unterliegt, konnte es als für die Gegenüberstellung kostenneutral herausgelassen werden. Die Tabellen (siehe Kasten) zeigen die berechneten Ergebnisse zu Materialpreisen und Lohnkosten Stand 2008. Die Umrechnung auf aktuelle Tagespreise oder -kosten kann der am Markt agierende Unternehmer leicht vornehmen. Im Kasten: "Amortisation: Rechnerische Betrachtung" finden Sie den praktischen Nachweis der getroffenen Aussagen.

Das Ergebnis dürfte den Holzbauunternehmer - der zu wissen glaubt, dass die hier gebaute "Öko-Fassade" teurer sein muss - überraschen: Die Unterschiede zwischen den Varianten fallen gering aus. Bezogen auf das Gesamtvolumen der Sanierung inklusive Putz, Fenster und Innenarbeiten wird der Unterschied relativ noch deutlich geringer.

Wettbewerbssituation verbessert sich

Die Betrachtung zeigt, dass Fassadendämmungen im Bestand mit Werkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen durchaus im Wettbewerb mit den WDVS auf Schaumkunststoff oder Mineralfaserbasis bestehen können. Da die Kosten für diese Systeme wesentlich stärker als die nachwachsenden Rohstoffe von der Preisentwicklung bei Erdöl und Erdgas abhängig sind, kann sehr realistisch eine weitere Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit prognostiziert werden. Die weichen Marktfaktoren wie Klimaschutz- und Gesundheitsbewusstsein dürften sich ebenfalls zu Gunsten solcher hölzerner Fassadenverbesserungen mit Putz entwickeln. Das Anpacken dieses Marktes wird nicht unverzüglich zu Erfolgen führen und es werden einige Alternativ-Angebote vergebens gemacht werden müssen. Aber ohne Angebote wird es kaum zu Aufträgen kommen können.

Grundlagen der Berechnungen

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sind an einem konkreten Projekt orientiert. Zu Grunde gelegt sind Kalkulationsdaten aus den "Beispielhaften Kalkulationshilfen für Zimmer- und Dachdeckerarbeiten" vom Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg und marktübliche Preise.

Die Bauherrschaft wollte eine wärmedämmende Hülle für das zweieinhalbgeschossige Wohnhaus, Baujahr 1972. Der Wunsch nach einer ökologischen und diffusionsoffenen Dämmung und gleichzeitig einer Putzfassade konnte wirtschaftlich sinnvoll erfüllt werden. Bei grob angesetzten 10 kWh je Liter Heizöl führt dies zu der nur durch die Fassadendämmung pro Jahr eingesparten Mengen von rund 3.000 Litern Heizöl.

Amortisation: Rechnerische Betrachtung

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Aufgrund von einzuhaltenden Vorgaben war die nach außen mögliche Aufbaudicke begrenzt. Daher ist der Rippenrost der Unterkonstruktion hier nur 10 cm dick. Die neuen Fenster wurden zum Erhalt der Belichtung nach außen gerückt.
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Die 10 cm dicke Hanfdämmung ist eingebracht und die Beplankung des Rippenrostes mit den 6 cm dicken Holzfaser-Putzträgerplatten hat begonnen. Sie wurden wie beim Holztafelbau aufgeklammert. Zusammen mit der vorhandenen Wand aus 30 cm dickem Hochlochziegel-Mauerwerk ergibt sich ein neuer U-Wert von 0,23 W/(m²K) gegenüber "alt" von 0,99 W/(m²K).
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Lösung der Situation im Sockelbereich.

Klaus Fritzen und Susanne Renz

Dipl.-Ing. (FH) Klaus Fritzen ist Herausgeber im Bruderverlag. Dipl.-Ing. Susanne Renz ist Produktmanagerin bei Agepan Building Systems, Meppen.

zuletzt editiert am 04. August 2021
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