Aufbau eines mehrgeschossigen Wohngebäudes. (Quelle: James Hardie Europe GmbH)
Aufbau eines mehrgeschossigen Wohngebäudes. (Quelle: James Hardie Europe GmbH)

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10. November 2021 | Teilen auf:

Fermacell: 50 Jahre Gipsfaser-Platten

Im Jahr 1971 lief die erste fermacell Gipsfaser-Platte vom Band. Mit wegweisenden Innovationen hat die Platte seitdem den Trockenbau wie auch den Holzbau grundlegend verändert. Die heute zur James Hardie Europe GmbH gehörende Marke ist mittlerweile eine der bekanntesten Baustoffmarken überhaupt und wurde zum Synonym für Gipsfaser-Platten.

Im Mai 1971 lief im ersten fermacell Werk in Salzgitter-Heerte eine besonders stabile Gipsbauplatte vom Band und schrieb Baustoffgeschichte: Lange bevor baubiologische Themen in den allgemeinen Fokus rückten, wurde diese Platte allein auf der Basis ökologischer Rohstoffe – recycelte Papierfasern, Gips und Wasser – und ohne jegliche Leimzusätze hergestellt und nimmt damit schon früh einen neuen Trend vorweg. Aber nicht nur die umweltverträgliche Fertigung war das Neue an der Platte: Das spezielle Herstellungsverfahren und die homogene Mischung der natürlichen Rohstoffe machen die Gipsfaser-Platten gleichzeitig stabil, belastbar und widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen. Diese neuartigen Platten waren nicht brennbar, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, nagel- sowie klammerbar und deutlich härter und belastbarer, als die bis dahin im Markt bekannten Gipsbauplatten. Sie sorgten zudem für ein gutes Raumklima.

Kombination besonderer Eigenschaften

Auch im Vergleich zu Holzwerkstoffplatten entpuppten sie sich als eine ernstzunehmende Alternative. Denn aufgrund ihrer hohen Stabilität können Gipsfaser-Platten ebenso wie Holzwerkstoffplatten sowohl tragend als auch aussteifend verwendet und zur Beplankung und Bekleidung von Bauteilen eingesetzt werden (Nutzungsklasse 1 und 2 gemäß DIN EN 1995-1, s. DIN EN 1995-1-1:2010-10-Eurocode 5, Bemessung und Konstruktion von Holzbauten; Teil 1-1, Allgemeines). Bereits einlagige Konstruktionen schneiden in den Disziplinen: Schallschutz, Wohngesundheit, Feuerwiderstand und Statik mindestens gleichwertig, in den meisten Fällen besser ab als Konstruktionen mit zweilagiger Beplankung aus Holzwerkstoffplatten und Gipskarton. Auch die Befestigung schwerer Lasten ist möglich: So trägt bereits eine 12,5 mm dicke Platte Konsollasten von bis zu 50 kg (0,5 kN) pro Befestigungspunkt.

Der Holzbau erkannte ebenso wie die Fertighausindustrie sehr schnell die wirtschaftlichen Vorteile der neuen Gipsfaser-Platten für die serielle Vorfertigung der Häuser. (Quelle: James Hardie Europe GmbH)

Schnell wachsende Nachfrage

Die Markteinführung der neuartigen Platten wurde bald zum Erfolg. In Münchehof im Landkreis Goslar wurde ein neues Werk gebaut. Ziemlich genau 10 Jahre nachdem die erste Gipsfaser-Platte überhaupt auf den Markt gebracht wurde, liefen hier 1981 die ersten großformatigen Platten aus der damals noch handbedienten Flächenpresse. 1992 ging eine zweite Fertigungslinie in Produktion. Heute ist das Werk in Münchehof der größte Produktionsstandort und hochgradig automatisiert.  

Gipsfaser-Platten werden außerdem in einem Werk in Baden-Württemberg sowie im niederländischen Wijchen fabriziert, das 1993 mit der Produktion startet. 2013 wurde zusätzlich eine neue Fertigungsstätte in Orejo, nahe der kantabrischen Hauptstadt Santander im Norden Spaniens, in Betrieb genommen. Von hier aus werden in erster Linie Trockenbaumärkte Frankreich und Großbritannien sowie die skandinavischen Traditionsländer des Holzbaus beliefert. In einem Werk in Calbe werden seit 2002 Aestuver Brandschutzplatten gefertigt.

Das neue Werk in Münchehof sorgt für Produktvielfalt. Im Mai 1981 liefen hier die ersten großformatigen Platten aus der damals noch handbedienten Flächenpresse. (Quelle: James Hardie Europe GmbH)

Anhaltender Erfolg

In den zurückliegenden 50 Jahren hat fermacell spannende und innovative Produkte entwickelt, die im Markt überaus erfolgreich sind. Wegweisende Innovationen haben fermacell zu einer der bekanntesten Baustoffmarken in Europa gemacht.

Zahlreiche Innovationen sowie eine fokussierte und fachkompetente Unterstützung der Kunden in den Segmenten Holz-, Trocken- und Fassadenbau bzw. Renovierung und ein daraus resultierendes ausgezeichnetes Gespür für den Bedarf des Marktes sorgen auch heute für den anhaltenden Erfolg. Beste Würdigung dieser Leistung: Bereits dreimal in Folge wurde die Marke im Rahmen einer Studie, die das Institut für Managements- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag von Focus Money durchgeführt hat, als eine von Deutschlands besten Baustoffmarken ausgezeichnet.

2019 erfolgte die Integration der Marke fermacell in die James Hardie Europe GmbH. Die Faserzementlösungen des weltweit führenden Herstellers von High-Tech-Baustoffen sind die perfekte Ergänzung zum bewährten fProdukt-Portfolio. Nunmehr können durch die Kombination von Gipsfaser-Platten mit Plank und Panel Fassadenplatten ganze Wandsysteme für den hochwertigen Trocken- und Holzbau angeboten werden.

zuletzt editiert am 10.11.2021