Grundwissen moderner Holzbau: Keilzinkenberbindung
Durch Keilzinkenstöße lassen sich Wuchsunregelmäßigkeiten und Fehlstellen entfernen, gleichzeitig Querschnitte beliebiger Länge herstellen. Quelle: Grundwissen moderner Holzbau:

Technik

10. December 2019 | Teilen auf:

Grundlagenwissen: Holzarten und ihre Verwendung

Schnittholz ist die Sammelbezeichnung für die in Sägewerken aus Rundholz hergestellten Vollholzprodukte. Schnittholz für Holzbauwerke nach Eurocode 5, das nach DIN 4074 nach der Tragfähigkeit sortiert und entsprechend gekennzeichnet ist, wird als Bauschnittholz bezeichnet.

Als Bauholz werden insbesondere Nadelhölzer (z. B. Fichte, Tanne, Kiefer), vereinzelt aber auch Laubhölzer (wie Eiche, Buche) verwendet.

Nadelschnittholz

Bei Nadelschnittholz handelt es sich um ein Holzerzeugnis von mindestens 6 mm Dicke, das durch Sägen oder Spanen von Rundholz parallel zur Stammachse hergestellt wird. Es wird unterschieden in Latte, Brett, Bohle und Kantholz. Das Holz wird trocken, das heißt mit einer Holzfeuchte von max. 20 %, sortiert. Insbesondere die folgenden Sortiermerkmale spielen dabei eine Rolle:

  • Äste
  • Faserneigung
  • Markröhre
  • Jahrringbreite
  • Risse
  • Baumkante
  • Krümmung
  • Verfärbung, Fäule
  • Druckholz
  • Insektenfraß durch Frischholzinsekten

Laubschnittholz

Einige Laubhölzer weisen eine höhere natürliche Resistenz gegen Pilze und Insekten auf als Nadelhölzer. Ein übliches heimisches Laubholz für die Konstruktion von bewitterten Bauteilen ist die Eiche, vereinzelt werden hier auch Tropenhölzer eingesetzt. Die Buche als weiteres heimisches Laubholz kann, aufgrund ihrer geringen natürlichen Resistenz, lediglich in geschützten Bereichen Anwendung finden. Die Schnittholzeinteilung entspricht der von Nadelschnittholz, es gibt allerdings keine Latten.

Konstruktionsvollholz (KVH®, MH)

Konstruktionsvollholz wird insbesondere im Holzhausbau für die Herstellung von Wand-, Decken- und Dachkonstruktionen eingesetzt. Für diesen Bereich müssen höhere Anforderungen an das festigkeitssortierte Schnittholz gestellt werden. Das Holz muss zumindest herzgetrennt eingeschnitten sein und eine Maßhaltigkeit von ± 1 mm sowie eine Holzfeuchte von maximal 18 % aufweisen. Durch die Einschnittart und die technische Trocknung der Querschnitte wird die Rissbildung minimiert und eine hohe Formstabilität erreicht. Es werden hauptsächlich die Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche der Festigkeitsklasse C 24 verwendet.

Durch Keilzinkenstöße lassen sich Wuchsunregelmäßigkeiten und Fehlstellen entfernen, gleichzeitig Querschnitte beliebiger Länge herstellen. Quelle: Grundwissen moderner Holzbau:

Durch Keilzinkenstöße lassen sich Wuchsunregelmäßigkeiten und Fehlstellen entfernen, gleichzeitig Querschnitte beliebiger Länge herstellen. Die Keilzinkenverbindung ist eine Längsverbindung von Hölzern. Die Enden von zwei Vollhölzern werden durch keilförmige Zinkung gleicher Teilung und gleichen Profils miteinander verklebt.

Brettschichtholz

Bild: bmH bauen mit Holz

Brettschichtholz wird insbesondere für weitgespannte und hochbelastete Bauteile aus dem Bereich des Ingenieurholzbaus verwendet. Bei Brettschichtholz handelt es sich um ein Bauteil aus zumindest drei Holzbrettlagen, die gewöhnlich faserparallel miteinander verklebt sind. Die einzelnen Holzlamellen sind technisch getrocknet, nach der Tragfähigkeit sortiert sowie durch Keilzinkung miteinander verbunden. Die Lamellen bestehen in der Regel aus Nadelholz (hauptsächlich Fichte), es sind aber auch Brettschichthölzer aus Laubholz (wie Buche) lieferbar.
Durch die aufeinandergeschichteten Lamellen entsteht ein Holzbauteil mit normalerweise rechteckigem Querschnitt. Mit geringem

Zusatzaufwand lassen sich aber auch gebogene Binder oder Bauteile mit veränderlichem Querschnitt herstellen. Die Holzfeuchte von BSH beträgt bei Lieferung maximal 15 %.

Festigkeit und Dauerhaftigkeit wird durch die Verwendung eines Klebstoffes erreicht. Verklebung und Aushärtung müssen unter exakt definierten klimatischen Bedingungen erfolgen. Die Betriebe müssen daher eine Bescheinigung für den Nachweis der Eignung zum Kleben von tragenden Holzbauteilen besitzen. Über die Produktion muss ein Produktionstagebuch geführt werden.

Balkenschichtholz

Bei Balkenschichtholz handelt es sich um ein Bauteil aus zwei (Duobalken) bzw. drei (Triobalken) technisch getrockneten und flachseitig, faserparallel miteinander verklebten Bohlen oder Kanthölzern. Die Balken sind gehobelt und gefast und erreichen damit eine hohe Oberflächenqualität. Durch die technische Trocknung sind sie darüber hinaus sehr formstabil. In Längsrichtung dürfen die Einzelhölzer durch Keilzinkung miteinander verbunden sein. Die Herstellung von Balkenschichtholz entspricht der von Brettschichtholz.

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zuletzt editiert am 04.08.2021